Ganz Zimmern feiert mit

Die „Desert Roses“ erfreuten mit ihrem Tanz und ihren bunten Kostümen die Besucher des Festes der Kulturen.  J Fotos (2): Bernauer

Groß-Zimmern - Maria Roman und Margret Miller wohnen schon lange in der Angelgartenstraße und sie wohnen gerne dort. Heute besonders, schließlich findet am Samstagnachmittag zwischen den Wohnblocks das Zimmerner Fest der Kulturen statt. Von Ulrike Bernauer

Die Fläche, die vor einigen Jahren mit einem Kinderspielplatz und anderer Ausstattung verschönert wurde, eignet sich wunderbar für das multikulturelle Fest.

Thomas Lauer, Leiter der Projektwerkstatt Soziale Stadt und damit Hauptinitiator des Festes, freut sich über den guten Besuch. Nicht nur die unmittelbaren Anwohner sind gekommen, sondern zahlreiche Zimmerner, die natürlich auch das Programm lockt. Es gibt viel zu hören und zu sehen, gekommen sind Musik- und Tanzgruppen aber auch Solosänger. „Soll die Melisse noch etwas singen?“, fragt Lauer am späteren Nachmittag und bekommt ein eindeutiges „Ja“ zu hören.

Melisse ist ein gutes Beispiel für gelungene Integration. Sie ist in Deutschland geboren, hat aber einen türkischen Hintergrund. Die 18-Jährige singt schon seit ihrer Kindheit gerne und viel. Vor zwei Jahren trat sie auf dem Fest der Kulturen zum ersten Mal auf und begeisterte gleich ihr Publikum. Auch heute hat sie viele Fans, die ihren mal melancholischen Liedern, dann ihrem deutsch-orientalischen Rap lauschen und hinterher stürmisch applaudieren, auch eine Zugabe muss die Sängerin geben.

Newcomer sind die Mädchen der Tanzgruppe Halik. Die türkische Folkloregruppe bestehend aus 15- bis 18-jährigen jungen Frauen, die einen Tanz vorführen, der auf türkischen Hochzeiten getanzt wird. Die Gruppe besteht erst seit sechs Wochen, ihr Auftritt am Samstag ist dennoch schon ihr zweiter. In der letzten Woche erfreuten sie in Frankfurt beim Landesbewohnertreffen „Soziale Stadt“ ihr Publikum.

Bekannter hingegen sind in Zimmern die Damen von „Desert Roses“. Sie stellen mit ihren Tänzen ebenfalls orientalischen Pop vor. Einen Kontrapunkt setzt Anatoliy Chmara, er spielt russische Lieder auf dem Akkordeon und der Balalaika.

Während die Erwachsenen sich über das vielfältige Programm freuen, haben die Kinder vor allem Spaß auf der Hüpfburg. Die ist teilweise so bevölkert, dass mal nur die Jungen und dann nur die Mädchen hüpfen dürfen.

Gleich neben der Hüpfburg befindet sich das Infozelt der Sozialen Stadt, hier gibt es Malutensilien. Wer Lust hat, kann ein Bild zum Thema „Wilder Müll“ malen im Rahmen einer Aktion des Landkreises. „Vielleicht gewinnen wir dann sogar noch einen Preis“, ist Lauer hoffnungsfroh.

An den Ständen wird viel Internationales verkauft, die Italiener sind im Rahmen des Ausländerbeirates mit einem Essensstand vertreten, ebenso wie die Türken, die mit ihren Leckereien viele Gäste anlocken.

Kaffee und Kuchen gibt es ebenfalls vom Ausländerbeirat. Ein ganz klein wenig verloren stehen Till Stöckmann und Marc Philipp Wolz vom Kreisschülerrat an ihrem Stand. „Es waren schon einige Eltern da, die sich nach unseren Konzepten erkundigt haben, aber unsere Klientel, ältere Schüler, sind auf dem Fest kaum zugegen.“

Insgesamt sollte die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund ebenso wie die von Einwohnern, die der Bildung etwas ferner stehen, wieder stärker in den Fokus rücken, so Lauer.

Groß-Zimmern habe mit knapp 3 000 Einwohnern mit Migrationshintergrund den zweithöchsten Anteil an Menschen mit Wurzeln in anderen Ländern im Landkreis. Deshalb werfe die Projektwerkstatt „Soziale Stadt“ neben dem Thema Ortskernbelebung auf die Integration ihr Hauptaugenmerk.

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