Saisongärten beim Birkenhof Klein-Zimmern

„Gartenarbeit macht Kopf frei“

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Fast 1 000 Quadratmeter ist die Anbaufläche groß. Ein Vorteil ist, dass der Arbeitsaufwand sich in Grenzen hält. Landwirt Thomas Schaffer erledigt das Pflügen, das Düngen und auch das Säen für die Pächter.

Klein-Zimmern - Auf den ersten Blick sieht man sie zunächst gar nicht, und doch sind sie schon seit acht Jahren da – die Saisongärten in Klein-Zimmern. Gelegen sind sie direkt an der K 126, fast auf halber Strecke von Dieburg nach Klein-Zimmern. Von Lars Herd 

Rund 20 verschiedene Gemüsesorten sind auf den fast 1 000 Quadratmeter Anbaufläche direkt neben dem Birkenhof (Marktstraße 100, Klein-Zimmern) gepflanzt. Unterteilt ist diese Fläche auf elf Parzellen à 80 Quadratmeter. 19 Pächter teilten sich auf ebendiese Parzellen derzeit auf. Darunter auch Jessica Wacker, die seit drei Jahren Pächterin ist und die Gärten ein wenig mitorganisiert, und Annette Wreesmann, die bereits seit fünf Jahren mit anpflanzt. Beide sind begeistert von der Anbaufläche, aber auch von der tollen Gemeinschaft, die die Hobbygärtner verbindet. „Wir tauschen uns untereinander auch aus, helfen uns etwa mit Tipps gegenseitig“, betont Wacker. Und Wreesmann ergänzt: „Auch Saatgut und die Ernte tauschen wir miteinander, wenn jemand zu viel hat.“

Verpachtet werden die Parzellen jährlich von Mitte Mai bis November. 190 Euro kostet für diesen Zeitraum eine ganze Parzelle, 100 Euro eine halbe (40 Quadratmeter). Wer früh genug bucht, bekommt natürlich auch einen Nachlass. Im Preis ist nicht nur die Anbaufläche enthalten, sondern auch das Wasser, die Geräte, zu denen alle Pächter Zugang haben, und das Saatgut von 20 Gemüsesorten. Außerdem gibt es wöchentlich neue Aushänge mit aktuellen Gartentipps.

Auch der Arbeitsaufwand hält sich laut Wreesmann in Grenzen. „Seit ich dabei bin, musste ich noch nie düngen. Gerade die schweren Aufgaben, wie das Pflügen, erledigt Herr Schaffer. Das ist für mich ein wichtiges Argument.“ Auch das Gemüse wird Anfang Mai vom Landwirt und Besitzer der Saisongärten, Thomas Schaffer, gesät. Lediglich das Unkraut müssen die Pächter selbst jäten, die Pflanzen selbst gießen und das Gut ernten, wenn es so weit ist. Dabei reicht es schon, etwa alle drei Tage mal vorbeizuschauen und sich um seine Parzelle zu kümmern. „Die Pflanzen sind robuster als so mancher denkt“, erklärt Wacker.

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Neben den bereits angepflanzten 20 Gemüsearten ist es jedem Pächter selbst überlassen, weitere Sorten zu züchten. Einzige Voraussetzung: Das Saatgut muss eine besondere Qualität haben. Denn auch der Boden ist Bio-Zertifiziert, also dürfen nur Bio-Produkte angepflanzt werden. Kartoffeln, Karotten, Sellerie und Salat hat etwa jeder Pächter im Paket dabei. Wer mehr braucht, pflanzt es sich eben an. Und so sehen auch alle Parzellen unterschiedlich aus. „Es ist schön, dass hier keine Monokultur herrscht, sondern jeder sein Stück anders einrichtet und deshalb eine Mischkultur entsteht“, freut sich Wacker, „auch der Boden hier ist einfach perfekt.“ Für Wacker und Wreesmann ist die Arbeit in den Sommergärten mehr als nur ein Hobby, sie nutzen die Zeit an der frischen Luft auch zum Entspannen. „Gartenarbeit macht den Kopf frei“, sind sich die beiden einig, „außerdem schmeckt das selbst bearbeitete Gemüse gleich viel besser, als das gekaufte.“ Wenn ihnen mal zum Mittagessen nach einem Salat ist, fahren sie schnell am Garten vorbei, pflücken die Zutaten von ihren Parzellen und bereiten sich den Salat zu. Für die Zukunft wünschen sich die zwei noch weitere Pächter, die der „tollen Gemeinschaft“ beitreten wollen.

Infos und Anmeldung unter Tel.: 48092 oder per E-Mail an info@schaffer-birkenhof.de

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