Gast im Kinderhotel mit Stoffhund und Schwester

Groß-Zimmern - (bea) Elisa (6) ist ein wenig nervös. Sie hat noch nie woanders übernachtet, außer zu Hause in ihrem eigenen Bett.

Am Freitag ist sie Gast beim Kinderhotel im Mehrgenerationenhaus (MGH). Man sieht ihr die Angst nicht an, denn glücklicherweise hat sie nicht nur ihren Stoffhund und den Raben dabei, sondern auch die große Schwester Eileen (9). Und die ist kein bisschen unruhig. Begeistert schneidet sie Wurst und Schinken klein und füllt ausgehöhlte Brötchen mit der Mischung.

Pizzabrot gibt es zum Abendessen im Kinderhotel und überhaupt gibt es nur eines, was Eileen kräftig missfällt. „Die Mädchen arbeiten und die Jungen toben“, sagt sie empört zu Desiree (7). In der Tat, beim Schneiden für das Essen waren die Jungen noch dabei, haben sich dann aber in den Schlafraum zurückgezogen.

Sieben unter zehnjährige „Hotelgäste“, neben den Mädchen, Tjark, Ritchie, Marius und Jannes haben zusammen mit drei Betreuerinnen ein Schlafsack- und Bettenlager aufgeschlagen. „Die Mädchen schlafen in der Ecke mit dem Spiegel, wir brauchen keinen“, sagt Marius. Erster Programmpunkt des Abends war eine Kennenlernrunde. Schließlich werden die Kinder hier nicht nur gemeinsam übernachten, die Betreuerinnen Christina Gericke, Christiane Hucke, Simone Herbert und Mirijam Knöll haben sich auch ein Unterhaltungsprogramm für die jungen Besucher ausgedacht.

Alle sind mit Taschenlampen ausgerüstet, denn nach dem Abendessen will die Gruppe einen Nachtspaziergang unternehmen. Zum Ortseingang wollen sie gehen, dort ist auf einer Weide eine riesige Schafherde zu sehen.

Anschließend gibt es die Kinderkrimistunde mit Kommissar Kugelblitz. Spannend wird das, weil alle raten werden, wer der Täter ist. Eine Pyjamaparty ist dann die letzte Runde, bevor tatsächlich alle in ihre Schlafsäcke kriechen und Eileen es sich auf ihrem superweichen Kissen bequem macht.

Praktikantin Knöll, die zu Hause übernachtet, bringt dann zum Frühstück frische Brötchen mit, denn nach einer solch ereignisreichen Nacht haben alle Hunger und machen sich über den Frühstückstisch her. Sie spielen noch ein wenig und freuen sich, als gegen 10 Uhr die Eltern kommen.

„Wir wollen den Eltern Gelegenheit geben, in Ruhe ausgehen zu können und gleichzeitig den Kindern eine schöne Nacht bieten“, sagt Herbert. Sie empfindet das erste Kinderhotel als vollen Erfolg und will es bald wiederholen.

Einen interessierten Besucher hat das erste Groß-Zimmerner Kinderhotel auch zu verzeichnen. Der erste Kreisbeigeordnete und Landratskandidat Klaus Peter Schellhaas kommt vor dem Abendessen vorbei und schaut den jungen Hotelgästen beim Schnippeln zu. Beeindruckt zeigt sich Schellhaas auch von der Entwicklung des MGHs. „Was hier innerhalb von ein paar Monaten entstanden ist, ist faszinierend. Die große Angebotspalette bestätigt den Bedarf“, so Schellhaas.

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