Gebäude an der Alten Ziegelei

Fassade wird im Sommer gestaltet

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Durch das alte Fabriktor zur Ziegelei hat man einen Blick auf das Mehrfamilienhaus, an das zuletzt die denkmalgeschützte Fassade des ehemaligen Ziegeleigebäudes angebracht werden soll, um optisch an die Geschichte des Ortes zu erinnern.

Groß-Zimmern - Viele Häuser auf dem Gelände der alten Ziegelei sind inzwischen fertig und bezogen. Kräftig gebaut wird hingegen noch an dem Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen des Zimmerner Bauherrn Georg Pullmann. Von Ulrike Bernauer 

Dieses Gebäude hat für das Wohngebiet eine besondere Bedeutung, denn an ihm soll die alte denkmalgeschützte Backsteinfassade mit den beiden Ziegelsteinreliefs des Darmstädter Künstlers Well Habicht angebracht werden. Das Gebäude wird gerade hochgezogen und Bauherr Georg Pullmann kann noch nicht genau sagen, wann genau die Fassade gestaltet wird. Das hängt vom Baufortschritt ab. Erst wenn der Rohbau steht, mache man sich an die Arbeiten für die Backsteinfassade. Das Richtfest plant Pullmann für Anfang Mai. Insgesamt seien die Arbeiten auch wegen des milden Winters zügig verlaufen.

Mit komplizierteren Arbeiten als üblich üblich rechnet Pullmann bei der Anbringung der alten Ziegel. Statt eines Mauerwerks mit einer Stärke von 36,5 Zentimetern wurde die zur Straße zeigende Mauer nur in einer Stärke von 24 Zentimetern ausgeführt. „Darauf kommt eine Dämmung von zehn Zentimetern, zwei Zentimeter Luft und dann werden die 11,5 Zentimeter starken Ziegel davor gesetzt“, erklärt Pullmann.

Weil die Ziegelsteinfassade mehr oder weniger frei steht, müssen Anker in das innere Mauerwerk gesetzt werden, um der Außenwand Halt zu geben. Kompliziert wird nicht nur die Errichtung der Ziegelsteinmauer, auch die Fenster müssen für die zur Straße zeigende Nordseite extra angefertigt werden.

Reichen die Ziegel?

Die Ziegel, die von einer Spezialfirma sorgfältig abgetragen und einzeln nummeriert wurden, lagern auf einem Gelände des Bruders von Georg Pullmann. „Ich bin gespannt, ob die auch tatsächlich reichen, denn es sind wohl auch einige kaputt gegangen“, sagt Pullmann.

Liane Mannhardt von der Denkmalschutzbehörde des Landkreises verweist darauf, dass die Baugenehmigung für das Gelände der alten Ziegelei nur unter der Voraussetzung erteilt wurde, dass auch den Belangen des Denkmalschutzes Rechnung getragen wird. Sollten tatsächlich Ziegel kaputt gegangen sein, so müssten diese durch nachgebrannte ersetzt werden. Die Gebäudeansicht wird nach Fertigstellung zwar von der Darmstädter Straße aus zu sehen sein, die nördlich am Gelände der alten Ziegelei vorbeiführt, aber Pullmann glaubt nicht, dass Ortsfremde damit etwas anfangen können. „Ich hätte es sinnvoller gefunden, wenn die Fassade an der jetzigen Einfahrt in das Wohngebiet ihren Platz gefunden hätte. Beim Vorbeifahren mit dem Auto fällt das doch kaum jemandem auf.“

Derzeit könnte man von den denkmalgeschützten Ziegeln sowieso nicht viel sehen. Hinter dem alten Tor, das stehengeblieben ist, liegt ein großer Erdhaufen, der den Blick zumindest auf das Erdgeschoss versperrt. Wie sich nach Abschluss der Bauarbeiten, der Erdhaufen ist dann sicherlich verschwunden, die Situation mit dem Tor und den Resten der Mauer, die früher einmal das Gelände abgrenzte, gestaltet wird, weiß auch Mannhardt zurzeit noch nicht. „Das Tor soll erhalten werden, allerdings nicht als Einfahrt“, ist sich die Denkmalschützerin sicher. Ungewiss ist derzeit auch noch, wo die denkmalgeschützen und restaurierungsbedürftigen Werke des Künstlers, Katze und Fisch, die momentan auf dem Bauhof lagern, ihren endgültigen Platz finden werden.

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