Gegen Reglementierung beim Parken

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Eine gepflasterte Straße ohne farblich hervorgehobenen Kreisel ist gewünscht. 

Groß-Zimmern - Ein buntes Völkchen sind die Bewohner der Alten Gartenstraße. Und besonders, wenn sie anschließend zur Kasse gebeten werden, sind sie offensichtlich sehr an der Gestaltung ihrer Wohnumgebung interessiert. Von Gudrun Fritsch

Gut 50 Personen kamen am Mittwochabend ins Rathaus, um sich über die anstehenden Straßenarbeiten zwischen Glöckelchen und Brunnerstraße zu informieren.

„Ich befürchte, dass mir so im Winter einer mit dem Auto in die Küche rutscht“, sagte eine junge Mutter, die im Kreuzungsbereich von Alter Garten- und Friedensstraße wohnt, als es um die farbige Pflasterung des Straßenbelags ging. Übereinstimmend mit den meisten sprach sie sich gegen den Kreisel aus. Obwohl Klaus Keller vom Bauamt der Gemeinde darauf hinwies, dass eine solche Markierung erfahrungsgemäß zur Verkehrsberuhigung beitrage, fürchten die Bewohner Probleme durch die erhöhte Rutschgefahr im Winter.

Votum abgeben

Sehr informativ war der Abend für sie und zudem konnten sie ein Votum abgeben, welche der drei vorliegenden Varianten des Straßenausbaus sie bevorzugen.

Zunächst gab es Erläuterungen zu den Arbeiten des Gruppenwasserwerks. „Das Leitungsnetz ist von 1930“, begann Wasserfachmann Jens Cöster seinen Vortrag. 290 Meter Hauptrohr und 22 Hausanschlüsse werden für rund 140 000 Euro ab dem 22. April in voraussichtlich fünf Wochen Bauzeit erneuert.

Die Kanal- und Straßenarbeiten stellte Bauingenieur Ali Bakkar vom Büro Reitzel vor. Im Mai soll mit dem Kanalbau begonnen werden, rund 140 Meter altes Steingut muss durch Kunststoffrohr ersetzt werden. Während der Arbeiten komme es bereichsweise zu Vollsperrungen der Straße, aber „bei der Wanderbaustelle sollten alle Grundstücke immer mindestens über provisorische Zufahrten erreichbar sein“, so Bakkar.

Kostenverteilung hinterfragt

Bevor er die Ausbauvarianten vorstellte, gab es zahlreiche Fragen, bei denen sich das Publikum als sehr gut informiert und auch interessiert erwies. „Wie kann ich als Laie sehen, dass bei der Ausschreibung auch der beste Vertragspartner zum Zuge kommt?“, wollte ein Teilnehmer wissen. Andere hinterfragten die Kostenverteilung von Gemeinde und Eigentümern. „Könnte man nicht anstatt Anliegerbeiträge zu kassieren die Steuern erhöhen?“, wollte ein Mann wissen. Bürgermeister Achim Grimm erklärte ihm, er könne froh sein, dass in Zimmern nicht wie in anderen Kommunen die Beitragssatzung abgeschafft wurde. „Bei defizitären Haushalten sind die nämlich gezwungen, sie wieder einzuführen. Die erhöhten Steuern werden jedoch nicht wieder gesenkt“, so Grimm.

Die Abstimmung ergab, dass die Anwohner eine Straßenpflasterung ohne Kreisel wünschen. Auch reglementiertes Parken in gekennzeichneten Buchten lehnen sie ab. Kosten und Finanzierungsmodelle können bei der Gemeinde erfragt werden, unter 970241.

Die Umgestaltung „Alte Gartenstraße“ steht auch im Planungsausschuss am Montag auf der Tagesordnung. Die öffentliche Sitzung im Rathaus beginnt um 20 Uhr.

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