Gegen das Vergessen, für Versöhnung

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Reservistenvertreter sowie Vertreter aus der Politik gedachten der Toten aus zwei Weltkriegen auf dem Soldatenfriedhof in Klein-Zimmern.

Groß-Zimmern ‐ 20 Jahre, ein Wimpernschlag in der Menschheitsgeschichte, nahm Bürgermeister Achim Grimm am Sonntag aus Anlass des Volkstrauertags ins Visier. 20 Jahre, die - zumindest für Europa - schwerwiegend waren. Von Ulrike Bernauer

1919 wurde der Volksbund Deutscher Kriegsgräber gegründet, der sich für ein würdiges Gedenken an die Toten des Ersten Weltkrieges einsetzte. 1933 wurde der Volkstrauertag dann ein Heldengedenktag und auch dieses Umdenken führte dann letztendlich zum Beginn des Zweiten Weltkrieges und damit zu Millionen weiterer Opfer von Krieg und Gewalt.

Bei drei Gedenkveranstaltungen gedachten die Bürger in Zimmern nicht nur der Toten der beiden Weltkriege, sondern auch der Opfer von Vertreibung, Terror, Euthanasie, Vergewaltigung und Folter. „Eine Versöhnung über den Gräbern“, wünschte sich Landrat Klaus Peter Schellhaas, der auf dem Soldatenfriedhof in Klein-Zimmern sprach.

Bürgermeister Achim Grimm und der VDK-Vorsitzende Heinrich Bach im stillen Gedenken an die Opfer von Krieg, Gewalt und Terror.

Versöhnung braucht aber auch die Erinnerung“, sagte Schellhaas, der die herausragende Bedeutung der Gedenkstätten als Mahnung gegen das Vergessen ansprach. Schellhaas wünschte sich auch die Jugend an den Gedenkstätten, nur sie könnten die Erinnerung weitertragen. Drei Schülerinnen der Albert-Schweitzer-Schule, Annika  Eckert,  Julia  Faupel und Katharina  Zotz trugen in der Trauerhalle des Groß-Zimmerner  Friedhofs  Zeilen aus Feldpostbriefen  vor  und sprachen   damit   eindringliche Worte  gegen  das  Vergessen. Pfarrer Michael Merbitz-Zahradnik wünschte sich die Verwandlung von Hass in Hoffnung für das Leben. „Für viele Menschen sind Krieg, Folter und Vergewaltigung noch heute Teile ihres Lebens. Freuen wir uns über unseren Frieden und unsere Freiheit und nehmen sie nicht in gedankenloser Selbstverständlichkeit hin“, mahnte der evangelische Pfarrer. Feierlich umrahmt wurden die Gedenkveranstaltungen in Klein-Zimmern vom Katholischen Kirchenmusikverein. In Groß-Zimmern sorgten der evangelische Bläserchor und der evangelische Gesangverein für einen würdigen Rahmen.

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