Es geht nicht nur ums „Ja“

Groß-Zimmern - (bea) Weil die langjährige und sehr bekannte Standesbeamtin Heidi List ab 31. März in die Altersteilzeit geht, hat Bürgermeister Achim Grimm nach einer Nachfolgerin gesucht. Seine Wahl fiel auf Petra Fornoff (45), die seit 1994 für die Gemeinde arbeitet.

Die gelernte Verwaltungsfachangestellte begann im Einwohnermeldeamt. 2000 wechselte Fornoff ins Bürgerbüro. „Ich war familienbedingt halbtags beschäftigt. Jetzt sind die Kinder groß und dem Standesamt werde ich ganztags zur Verfügung stehen“, sagt sie. Obwohl die Angestellte ihre bisherige Arbeit sehr gerne gemacht hat, freut sie sich auf die Veränderung. „Die neue Aufgabe ist eine Ehre für mich“, erklärt Fornoff. Gründlich hat sich die 45-Jährige vorbereitet, unter anderem bei einem Lehrgang an der Akademie für Standesbeamte in Bad-Salzschlirf. Dort lernte sie alle die Feinheiten, die es zu beachten gilt. Die schönste ihrer Aufgaben, die Trauung, besteht nicht nur aus dem Ja-Wort. „Unkompliziert ist es, wenn keiner der zukünftigen Eheleute vorher schon einmal verheiratet war und beide Deutsche sind“, erklärt die neue Standesbeamtin. Kompliziert werde es hingegen, wenn die Eheleute schon ein- oder gar mehrmals verheiratet waren, Kinder haben und noch eine andere Staatsangehörigkeit hinzu kommt. Dann muss nach den Gesetzen des Herkunftslandes getraut werden und es seien viele Vorschriften zu beachten.

Ihre erste Trauung wird Fornoff morgen vollziehen. „Ich bin ein wenig aufgeregt“, sagt die „Neue“. Bürgermeister Achim Grimm, der selber ebenfalls Trauungen vornimmt, lächelt verständnisvoll: „Das ist normal. Ich war bei der ersten Ehe, die ich geschlossen habe, auch nicht die Ruhe in Person.“

Aber Fornoff hat im Standesamt noch mehr Aufgaben. „Wir führen die Geburts-, Heirats- und die Sterbebücher“, erklärt sie. Das Standesamt arbeitet Hand in Hand mit dem Einwohnermeldeamt, aber die Listen über Veränderungen in der Einwohnerschaft Groß-Zimmerns werden auf beiden Ämtern geführt. Geburten sind selten einzutragen. Die Urkunden werden in der Regel in der Gemeinde ausgestellt, wo das Kind geboren wurde. Da die meisten heute im Krankenhaus zur Welt kommen, gilt für die jüngeren Zimmerner Darmstadt, Dieburg oder Groß-Umstadt als Geburtsort. Aber es gibt auch Ausnahmen. Kürzlich gab es eine Hausgeburt, da war Fornoff für die Ausstellung der Urkunde zuständig.

Seit Januar sitzt Fornoff zusammen mit List in einem Büro. Drei Monate hat sie Zeit, vom großen Erfahrungsschatz der lang gedienten Standesbeamtin zu profitieren. Aber auch für die Zeit danach ist Fornoff nicht bange. Durch ihre 15-jährige Berufserfahrung kennt sie die Zimmerner inzwischen sehr gut.

Die Habitzheimerin ist verheiratet und hat einen Sohn (22) und eine Tochter (18). „Neben der Arbeit und dem Haushalt bleibt nicht viel Zeit für Hobbys“, beantwortet sie die Frage. „Ich gehe zweimal die Woche walken und trage beim Musikcorps Habitzheim die Fahne.“

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