Wiesenwoche im Kindergarten Wichenrweg

Mit dem Gelb der Gänseblumen

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Das Spielen in der freien Natur und ganz ohne Spielzeug macht den Kindern offensichtlich Spaß.

Klein-Zimmern - Erst einmal war die Enttäuschung groß bei den Eltern der Klein-Zimmerner Kindergartenkinder. Die Waldwoche, seit vielen Jahren Bestandteil des Klein-Zimmerner Kindergartenjahres, sollte jetzt entfallen. Von Ulrike Bernauer 

Der Grund: es fanden sich nicht genug Eltern, die die Kinder nach Dieburg zum KJG-Häuschen fahren sollten. Die Erzieherinnen hatten dann die zündende Idee. „Die Umgebung von Klein-Zimmern ist so schön, warum also die Waldwoche nicht in eine Wiesenwoche umwandeln und in der Umgebung von Klein-Zimmern fünf Tage in der Natur verbringen?“, sagt Erzieherin Andrea Böttcher. Vorteil dieser Idee, die Kinder samt Erzieherinnen konnten auf die Wiese in der Nähe des Soldatenfriedhofs laufen und benötigten keinen Fahrdienst. Gesagt, getan. In der ersten Aprilwoche ging es los und am letzten Tag waren alle zufrieden.

Das Wetter hat prächtig mitgespielt so dass Kinder und Eltern begeistert waren. Die Gruppe startete mit einem Frühlingslied in den Tag und ging dann gleich zu einem Picknick auf der Wiese über. Schließlich waren die Kinder schon eine halbe Stunde zu ihrer Wiese marschiert, das machte ordentlich Hunger. Die Erzieherinnen waren erstaunt, wie schnell sich die Kinder an die eigentlich ungewöhnliche Umgebung gewöhnt hatten. „Natürlich haben wir Spiele mit ihnen gemacht, aber schon am zweiten Tag brauchten sie kaum noch Anregung. Das Spielen draußen war genug“, sagt Erzieherin Jasmin Weber. Am ersten Tag sahen die Kinder sogar Eichhörnchen. Denen war es dann aber wohl zu laut, sie verzogen sich für den Rest der Woche an einen ruhigeren Ort.

Malen mit Gänseblümchen

Constanze Kosasih, Mutter des dreijährigen Frederik, gehörte zu den Frauen, die die Kinder in der Natur begleiteten. „Es ist wichtig, dass die Kleinen mal länger rauskommen. Mein Mann und ich sind nicht die Waldgänger, deshalb war es uns um so wichtiger, dass die Waldwoche in irgendeiner Form stattfindet. Die Wiesenwoche war ein guter Ersatz.“ Kosasih staunt auch über die Ideen der Erzieherinnen. Die bezogen die ganze Umgebung in die Spiele mit ein. So wurden am letzten Tag zusammen mit den Eltern Bilder gemalt. Farbstifte hatte die Gruppe allerdings nicht mit genommen. Gemalt wurde mit dem, was auf der Wiese wächst. „Wir haben mit Löwenzahn, Gras und Gänseblümchen gemalt“, erzählt Guido Kampe, Vater des vierjährigen Tian. „Aus den Gänseblümchen erhielten wir ein verwaschenes Gelb.“

Die Blumen wurden verwendet, um Ostereier aus Papier zu bemalen, einen Rahmen für die Kunstwerke bastelten Eltern und Kinder ebenfalls gemeinsam aus Stöcken und Schnur. Mutter Kosasih fand es auch gut, dass die Kinder die ganze Strecke gelaufen sind, auch wenn sie dann mittags sehr müde waren. „Wir haben morgens eine halbe Stunde gebraucht, der Rückweg hat dann eine dreiviertel Stunde gedauert“, so Erzieherin Böttcher. „Hier auf der Wiese waren die Kinder ja dann auch permanent in Bewegung.“

Es gab nur eine Kleinigkeit, die die Freude etwas trübte. Zwar hatten die Erzieherinnen schon vor Beginn der Naturwoche ein Schild an einem Zaunpfahl befestigt, in dem sie die Hundebesitzer baten, ihre Tiere ihr Geschäft woanders verrichten zu lassen. Leider hat das jedoch nicht wie erhofft funktioniert. Tempotaschentücher kennzeichneten nämlich die Plätze, an denen die Hunde trotzdem auf der Wiese ihre Häufchen oder Haufen hinterlassen hatten.

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