Gut Gelungene Überraschung

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Die Kreisbeigeordnete Rosemarie Lück (links) dankte Horst und Erika Neumann.

Groß-Zimmern (guf) ‐ „Hätte ich das gewusst, wäre ich im Jackett gekommen“, waren die ersten Worte Horst Neumanns (71), nachdem er am Freitag erfahren hatte, dass er den Ehrenbrief des Landes Hessen erhält.

Die Überraschung war geglückt, hatte ihm für einen Moment die Sprache verschlagen, und die zahlreich anwesenden Mitglieder des Odenwaldklubs (OWK) strahlten vor Freude, denn der sehr beliebte, langjährige frühere Vorsitzende hatte die Ehrung längst verdient. „Eigentlich mag ich solche Ehrungen gar nicht“, sagte er später aufrichtig. Die Erste Kreisbeigeordnete, Rosemarie Lück, überreichte die Auszeichnung während der Jahresversammlung im „Zimmner Treff“ bei Nico. „Horst Neumann zählt seit Jahrzehnten zu den Aktivposten des Odenwaldklubs“, begann Lück und zählte die Leistungen auf: Bereits 1957 wurde er Jugendleiter, war wiederholt Beisitzer und jahrelang als Wander- und Pressewart aktiv, bevor er 1981 bis 1985 und anschließend von 1996 bis 2009 den Vorsitz übernahm. „Trotz hoher beruflicher Belastung als selbstständiger Vermessungsingenieur hat er sich außerordentlich für den OWK engagiert“, so Lück.

So etwas geheim zu halten ist in Zimmern gar nicht so einfach“, berichtete Bürgermeister Achim Grimm, der gemeinsam mit Gemeindevertretervorsteherin Katharina Geibel gratulierte.

„Eigentlich bin ich ein Fossil“

Dass er ein Zugereister sei, wollte Neumann nicht unwidersprochen stehen lassen. „Eigentlich bin ich ein Fossil“ erklärte er, denn geboren wurde er in der kleinen Siedlung „Grube Messel“, die vor der Gebietsreform zu Klein-Zimmern gehörte. „Demnach gelte ich heute als Groß-Zimmerner, auch wenn im Pass als Geburtsort Messel steht“, resümierte der Wanderfreund mit einem Augenzwinkern.

Das mit der Überraschung sei gar nicht so ungefährlich gewesen, ergänzte er. Sein Herz hätte doch recht unregelmäßig geschlagen. Aber auch das hatten Ehefrau Erika und die Tochter bedacht, fanden jedoch, dass er aktuell fitt genug sei.

Hände in den Schoß legen ist nicht Neumanns Sache

Das war leider nicht immer so. Wegen eines fortschreitenden Nervenleidens hat Neumann 2009 den Vorsitz abgegeben (der LA berichtete). „Aber ich stecke den Kopf nicht in den Sand und bisher nehme ich - wenn auch an Stöcken - noch an unseren Wanderungen teil, so weit es eben geht.“ Und die Hände in den Schoß legen, war auch nie seine Sache. Er nimmt weiterhin an OWK-Sitzungen teil, im Keller der Neumanns trifft man sich zum Singen und beim Bau des Zeughauses der Vereine ist er mehr als nur Pate.

Vor allem sein Beruf als Vermessungsingenieur mit eigenem Unternehmen und 50 Mitarbeitern verlangte einen Ausgleich zum stressigen Alltag. Den fand der Akademiker, der damals regelmäßig nationale und internationale Vorträge hielt, stets beim OWK und dessen Angeboten, die er zum großen Teil mit kreierte. Gut erinnert er sich an die von ihm angeführte Durchquerung Deutschlands von Nord nach Süd. In zwölf Jahren ging es damals in jährlichen Etappen von der Dänischen bis zur Schweizer Grenze.

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