Gemeinde ist jetzt „Hirschkopflos“

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Hirschkopf wechselt Besitzer: Das Parlament hat den Verkauf des Anwesens beschlossen.

Groß-Zimmern - Vor Jahren ist das Haus Hirschkopf in der Wilhelm-Leuschner-Straße 15 überraschend berühmt geworden. Jetzt hat es die Gemeinde wieder verkauft.

Die Gemeindevertretung hatte im Rahmen der Beratungen zum Haushalt 2008 beschlossen, das Anwesen im Zuge der Ortskernsanierung anzukaufen, die Gebäude abzureißen und darauf einen Parkplatz anzulegen. 190.000 Euro wurden hierfür ausgegeben. Als der Abbruchantrag für die Gebäude gestellt war, hat die Denkmalschutzbehörde des Landkreises Darmstadt-Dieburg jedoch Einwände gegen den Abriss des Wohnhauses erhoben. „Bis zu diesem Zeitpunkt war nicht zu erkennen gewesen, dass Teile des Anwesens unter Denkmalsschutz stehen könnten“, rechtfertigte Bürgermeister Achim Grimm diesen Schritt auch jetzt wieder im Bauausschuss. Auch nach intensiven Verhandlungen konnte keine Abbruchgenehmigung für das Wohnhaus in Aussicht gestellt werden.

Als solches war es allerdings für die Gemeinde nicht zu gebrauchen. Zwar hatten sich unter anderem engagierte Kinder, die täglich auf ihrem Schulweg dem sympathischen Hirschkopf begegnen, dem leider noch immer das halbe Geweih fehlt, für dessen Rettung eingesetzt, aber Überlegungen, das Gebäude eventuell für die Ganztagsbetreuung der Friedensschule nutzbar zu machen, scheiterten bald an der Kostenfrage. Daraufhin wurde das Anwesen wieder zum Verkauf angeboten.

Der Gemeindevorstand hat im April beschlossen das Anwesen zum Mindestgebot von 200.000 Euro öffentlich auszuschreiben, zwei Angebote wurden abgegeben. „Der Käufer hat das Anwesen mit den Gebäuden besichtigt und weiß über den Denkmalschutz bescheid“, berichtete Grimm. Auf Nachfrage im Bauamt war zu erfahren, dass der Gemeinde durch den An- und späteren Verkauf Kosten in Höhe von rund 10.000 Euro entstanden sind. In ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause stimmte die Gemeindevertretung dem Verkauf des Anwesens einstimmig zu.

guf

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