Gemeinsame Arbeit macht Riesenspaß

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Gemeinsam stemmen die Kinder ungeahnte Lasten - das macht glücklich:

Groß-Zimmern (ula). „Uff, den pack ich wohl doch nicht“, stöhnt eine junge Frau, einen Schubkarren mit Erdaushub schiebend. Rasch eilt ein Vater zur Hilfe, gemeinsam klappt es. Diese Geste ist symptomatisch für das Projekt an der Schule im Angelgarten (SiA) und der Albert-Schweitzer-Schule (ASS).

Um die lang ersehnte Umgestaltung des Außengeländes beider Schulen in die Tat umzusetzen, mussten viele an einem Strang ziehen. Schüler, Lehrer, Eltern- und Großeltern verwandelten sich am Freitag und Samstag in Landschaftsgärtner und Bautrupps, um mit vollem Krafteinsatz eine Spiel- und Erholungslandschaft anzulegen, von der die 925 Schüler profitieren werden.

Auch Politik und Behörden spielten bei Finanzierung, Planung und Genehmigungsverfahren mit – hier hieß das Zauberwort „Soziale Stadt“.

200 Helfer wuseln am Freitag umher, und nocheinmal 120 am Samstag

Schneidig zerlegen die Kinder das Trennband und eröffnen damit das grüne Klassenzimmer zwischen den zwei Schulen.

Vor vier Jahren hat Jugendpfleger Tom Hicking das Bund-Länder-Programm zur Städtebauförderung kennen gelernt und als Idee nach Zimmern importiert. Mit Erfolg: Für Planung und Material der Schulhofumgestaltungen kamen das Land Hessen, der Bund und an Stelle der Gemeinde der Kreis als Schulträger zu je einem Drittel auf – die Umsetzung erfolgte in einer gigantischen Aktionin Selbsthilfe. „Es ist faszinierend: Eigentlich geht nichts, aber wenn sich alle zusammentun, geht’s dann doch“, sagte Hicking begeistert. 200 Helfer wuseln am sonnigen Freitag umher, schippen, schleppen, harken, roden, bewegen. Am Samstags sind weitere 120 Helfer dabei

Auch Helmut Buch, Schulleiter der ASS, findet die Resonanz beim Arbeitseinsatz überwältigend: „Das ganze hier wurde zum Selbstläufer.“ Die Fördervereine beider Schulen stemmen Teile von Organisation und Bewirtung. Zwei Pädagoginnen der ASS verzichteten zu ihrem Geburtstag auf Geschenke und sammelten stattdessen Spenden, um eine Megaportion Minestrone beim Küchenteam des Deutschen Roten Kreuzes für alle Helfer zu ordern.

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Schulgelände wird umgestaltet

Eltern lassen die Freizeit am Wochenende sausen, Lehrer tauschen Federhalter und Lehrbücher gegen Schaufeln und Pickel. „Hier herrscht ein toller Gemeinschaftssinn“, sagt Astrid Geiß, Schulelternbeiratsvorsitzende der SiA begeistert. „Die Eltern beider Schulen kommen zusammen, jeder packt da an, wo Hilfe gebraucht wird.“ Weil alle emsig arbeiten wie die Wichtel, können am Samstag Zusatzaufgaben mitgemacht werden: Ein trüb brauner Holzbau der Angelgartenschule wird so nebenbei in flottem Blau getüncht.

Goßmann: „Haben eine tolle Schulgemeinde.“

Unter dem neuen hölzernen Spielgerüst in einem Hackschnitzelteich wird tüchtig gerecht: „Hier darf vorerst noch nicht geklettert werden“, erklären die Sechstklässler ernst: Maximilian, Saskia und Siyabend sind an beiden Tagen im Dauereinsatz, „weil wir unsere Schule verschönern wollen.“ Abbas drückt zwar in Klein-Zimmern die Schulbank, lässt sich aber von der Begeisterung der Freunde anstecken und hilft ganz selbstverständlich mit.

Blasen an den Füßen, Schwielen an der Händen und ordentlich Muskelkater vom ungewohnten Schuften nehmen die Helfer des Arbeitseinsatzes heldenhaft in Kauf. „Wir wollten unbedingt mithelfen, damit unsere Schule schöner wird“, sagen auch Pinar und Cigder aus der fünften Klasse der ASS. Martina Goßmann, Schulleiterin der SIA ist von der Welle der Solidarität gerührt: „Unermüdliche Eltern, begeisterte Kinder, das gesamte Kollegium am Start…wir haben eine tolle Schulgemeinde.“

Eltern der Fördervereine werden gelobt

Am Nachmittag findet dann die offizielle Übergabe statt. Schul- und Baudezernent Christel Fleischmann war zuvor nicht zu erreichen und konnte folglich nicht zur früheren Fertigstellung geladen werden. Doch viele Kinder und Helfer sind dabei, als der Grüne Fleischmann zufrieden das grüne Klassenzimmer betritt und übereinstimmend mit Tobias Lauer von der Projektwerkstatt, Bürgermeister Achim Grimm und den Schulleitern Bewunderung und Dank zum Ausdruck bringt. Besonders die Eltern der Fördervereine, die Hausmeister und Hicking werden gelobt.

Dann ist es soweit: Die Kinder selbst schneiden auf Los die Absperrung zum Grünen Klassenzimmer durch. Anschließend verteilen sie zum Dank Sandbilder mit der Aufschrift: „Die Dinge haben den Wert, den wir ihnen geben.“

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