Geschichte um Skulpturen

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Ausgefallene Skulpturen stellte Manfred Minten aus.

Groß-Zimmern - Fasziniert waren die Besucher im Glöckelchen von den Holzskulpturen von Manfred Minten aus Münster. Die Zimm’ner Bücherwürmer hatten am Samstagnachmittag zu der ungewöhnlichen Veranstaltung „Kunst trifft Literatur“ eingeladen. Von Ulrike Bernauer

Bestaunen konnten die Ausstellungsgäste nicht nur die originellen Holzkunstwerke, sie hörten auch eine Geschichte, die Ira Drewitz um die Eichenholzstücke geschrieben hatte.

Künstler Minten hat seinen Skulpturen ausgesprochen originelle Namen gegeben. Da gab es die Zwillinge, aber auch einen U(h)rheber oder einen Bergklemmer. So mancher Betrachter musste ganz genau hinschauen, um den doppelten Wortsinn hinter dem Titel zu begreifen.

Zwei Türen, die im Kunstwerk einander zugeneigt sind, heißen etwa nach dem berühmten Song der Band Smokie „Tür an Tür mit (Elis) Alice“.

Türen haben es dem Holzschnitzer angetan, der auch mit anderen Materialien wie Stein, Beton oder Glas arbeitet. „Ich habe eine ganze Serie von Türen hergestellt und sie sehr unterschiedlich in meinen Arbeiten eingesetzt“, sagte Minten, der sich, seit seiner Verrentung vor fünf Jahren ganz seinen Kunstwerken widmet. Ein Türringer befindet sich beispielsweise unter seinen Arbeiten, der im wahrsten Sinne des Wortes einen Kampf mit einer Tür ausficht.

Ira Drewitz las aus ihrem Buch. Foto: Bernauer

Auf den Werkstoff Holz ist Minten gekommen, nachdem er viele Balken alten Eichenholzes geschenkt bekommen hatte. Die stammten aus einem Fachwerkhaus, das Ende des 17. Jahrhunderts in Sprendlingen erbaut wurde. Bei der Sanierung wurden die alten Balken entfernt und Minten erhielt sie eigentlich als Feuerholz. „Das war so hart, dass es kaum Brennwert hatte“, so der Künstler. Folglich verlegte er sich auf die originelle Holzbearbeitung. Um die alten Balken fachgerecht zu lagern, hat er sogar einen Unterstand gebaut.

Die Besucher der Vernissage freuten sich über die ausgefallenen Figuren und gingen die Ausstellung anhand des fantasievollen Textes von Schriftstellerin Drewitz ab. Viele entdeckten erst beim zweiten Hinsehen den doppelten Witz von Geschichte und Skulptur.

Bürgermeister Achim Grimm lobte das abwechslungsreiche und kreative Konzept der Groß-Zimmerner Bücherwürmer, die inzwischen nicht mehr nur den Pfad der reinen Lesung beschreiten.

„Der kleine Kreis ist offensichtlich gut aufeinander abgestimmt, es sprudeln gute Ideen heraus“, lobte Grimm auch an die beiden Hauptinitiatorinnen gewandt, zu der neben Drewitz auch Karin Götmann gehört.

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