Groß-Zimmerner Bernd Peter bringt Junioren-Bodybuilder Sven Knöspel in Form / Platz vier bei Deutscher Meisterschaft

Mit gestähltem Körper knapp am Podest vorbei

Starker Körper, tolle Leistung: Sven Knöspel (links) und Trainer Bernd Peter freuen sich über Platz vier bei der DM. Foto: Dörr

Groß-Zimmern - Welches Lob könnte sich ein Trainer lieber wünschen? „Ohne ihn hätte die Vorbereitung nicht geklappt“, sagt Sven Knöspel, 20-jähriger Bodybuilder aus Eppertshausen. Von Jens Dörr

Er holte vergangenen Samstag bei den Deutschen Meisterschaften im Wieslocher Kongresszentrum vor 200 Zuschauern Platz vier in der Juniorenklasse II (ab 75 Kilogramm) - und verdankt diesen Erfolg auch einem Groß-Zimmerner: Bernd Peter, einst selbst mit großen Erfolgen im Classic Bodybuilding und davor sogar im Schwergewicht, aktiv hat Knöspel in Form gebracht.

Im Bereich Bodybuilding ist der Student derzeit der Vorzeigeathlet des 38-jährigen Bernd Peter, der als Personal Trainer unter anderem diesen Aspekt im Dieburger Kosmetikinstitut „Chez Monique“ abdeckt.

„Ich bin stolz auf ihn, er hat das Gesamtpaket“, freut sich Bernd Peter über Knöspels Abschneiden. Und führt aus, was das „Gesamtpaket“ meint: „Symmetrie, Ausstrahlung und Erscheinung sind im Wettkampf wichtig - auf das gesamte Erscheinungsbild kommt es an.“ Nicht nur Muskelmasse und Muskelqualität gäben im Bodybuilding den Ausschlag - wenngleich sie natürlich Grundlage eines guten Ergebnisses seien.

Dass Masse und Qualität untrennbar einhergehen, verdeutlicht Peter in seinen Beobachtungen bei der Deutschen Meisterschaft, zu der er Sven Knöspel natürlich begleitete: „Von der Muskelmasse her waren die Athleten recht identisch. In der Qualität gab es aber große Unterschiede. Einige hatten schlicht noch einen zu hohen Körperfettanteil.“

„Seinen“ Sportler bereite er dagegen so vor, dass er im Prinzip schon zwei Wochen vor der Entscheidung in Wettkampfform gewesen sei, so Peter. Bei Knöspel führte das vor zwei Wochen außerdem zu Platz zwei der Junioren II bei den Meisterschaften für Hessen und Rheinland-Pfalz.

In Wiesloch überstand Sven Knöspel die Vorwahl am Vormittag, kam unter die besten Sechs der elf Klasse-II-Junioren und verpasste als Vierter das Podest nur knapp. „Zwischen Platz drei und vier hätte man streiten können“, sagte sein Trainer, der aber auch darauf hinweist, dass alle Konkurrenten älter als Knöspel gewesen seien.

Der Zimmerner Trainer kann mit seinem Eppertshäuser Athlet derweil noch zwei Jahre bei den Junioren antreten, da das Alterslimit nach oben gesetzt wurde. Der DM-Titel ist nicht ausgeschlossen, aber auch nicht planbar: Man wisse nie, wer letztlich tatsächlich bei den Meisterschaften antrete, erklärte Peter.

Seit 2008 arbeiten der 38-Jährige und der einstige Deutsche Jugendmeister Knöspel zusammen. Peter erstellt mit seinem Athleten, der Jahr für Jahr auch selbst tiefer ins Trainings- und Ernährungs-Wissen eintauchte, Trainings- und Ernährungspläne für vier bis sechs Wochen. Darüber hinaus pflegen beide wöchentlich den Austausch über die Fortschritte.

Peter, der seit seinem 16. Lebensjahr Krafttraining macht, weiß: „Der Körper verändert sich, entsprechend müssen auch immer wieder die Ernährung und das Training angepasst werden.“ Diese beiden Punkte sind im Bodybuilding von entscheidender Bedeutung, auch wenn eine prozentuale Gewichtung schwierig ist.

Im Duo Peter/Knöspel sind in jedem Fall zwei Spezialisten am Werk, die bei der Vorbereitung auf eine Meisterschaft möglichst nichts dem Zufall überlassen.

Vor den diesjährigen Landes- und Deutschen Meisterschaften trainierte Peter seinen Schützling im Kostmetikinstitut „Chez Monique“ sogar mit einem Gerät zur elektromuskulären Stimulation („Ultratone“). Dabei wird der Muskel im Gegensatz zum gängigen Training fast komplett kontrahiert.

Auch das gab noch mal einen „Tick“ bessere Form. Diese Art des Muskeltrainings wird auch dazu verwendet, von Rückenschmerzen zu befreien oder nach Gewichtsverlust wieder zu einer straffen Haut verhelfen.

Die Grundlage legen Peter und Knöspel dennoch im Studio: Bis 2014 könne sein Athlet noch weitere einige Kilogramm Muskeln aufbauen, ist der Coach überzeugt. Und schließt einen Sieg bei der Deutschen Junioren-Meisterschaft nicht aus: „Bei ihm ist es vorstellbar, weil er auch den Kopf dazu hat.“

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