Lesen und Basteln statt Badefreuden

Gestrandet im Buchladen

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Die Ferienspielkinder lesen in der Buchhandlung Lesezeichen Geschichten über den Strand und die Meeresbewohner.

Groß-Zimmern - Eigentlich hatte man sich bei der Kinder- und Jugendförderung die Ferienspiele zum Thema Strand und Meer anders vorgestellt. Der Pool war mit Wasser gefüllt und sechs Tonnen Sand lagen im Hof, sie sollten den Strand ins Jugendzentrum bringen. Von Ulrike Bernauer 

„Einen Liegestuhl und einen Sonnenschirm wollten wir aufstellen“, sagt Jugendpfleger Marcus Psczolla. Dann machte das Wetter jedoch einen Strich durch die Sommer-Ferienspiele. Dem Bad im Kalten zogen die Teilnehmer angebotene Bastelarbeiten vor. Muscheln waren in den vergangenen Jahren an Stränden in aller Welt gesammelt worden und so fertigten die Kinder tolle Ketten aus den Schalen der Meerestiere. Bis man die Einstellung des Bohrers raus hatte, waren allerdings etliche der Muschelschalen zerplatzt. Um sich auf das Meer zu begeben, benötigt man ein Boot. Also wurden aus Milch- und Saftkartons kleine Boote gebaut. Die ließ man dann am Freitag auf der Gersprenz schwimmen. Wenigstens da hatten die Kinder Glück: Der Wasserstand war nicht mehr so hoch und die Uferböschung ein wenig trockener und folglich begehbar.

Emily (links) und Katrin stöbern gerne in der Buchhandlung Lesezeichen.

Nicht nur die Aktion der Feuerwehr, die mit den Schläuchen der Fahrzeuge Wasserspiele für die Ferienspielkinder veranstalten wollte, ist ins Wasser gefallen. In der vergangenen Woche war es auch schlicht zu kalt zum Badengehen. Da passten die Windlichter, die die Kinder bastelten, doch besser zum Wetter. Burgen aus den sechs Tonnen Sand ließen sich allerdings auch bei niedrigen Temperaturen hervorragend bauen. Am Donnerstag verließen die Kinder das Gelände des Jugendzentrums und strandeten in der Buchhandlung Lesezeichen. Hier fanden sie zahlreiche Bücher, die von Meer und Strand handeln.

Geschichte von einem Baby-Kraken

Spannend fanden sie beispielsweise die Geschichte von einem Baby-Kraken, der entführt und schließlich von einem kleinen Taucher befreit und zu seiner vielarmigen Mutter zurück gebracht wurde. Einige Kinder kennen sich gut aus in der Buchhandlung Lesezeichen. Die neunjährig Vanessa zum Beispiel kommt ab und zu mit ihrer Mutter her. Sie zeigte ein Buch der Serie „Dark Diaries“ und erklärte stolz: „Das habe ich schon.“ Auch Mea (7) war zuvor mit ihrer Oma hier. „Ich lese gerne“, erzählt sie. An diesen Ferienspielen nahmen viele jüngere Kinder teil, etliche waren erst sieben oder acht Jahre alt. Der Geschichte, die sie abwechselnd vorlasen, konnten sie gut folgen. Der neunjährigen Svenja machten diese Ferienspiele viel Spaß. „Besonders gut gefallen hat mir das Basteln von dem Windlicht.“ Yannik Held hingegen kennt die Ferienspiele inzwischen aus anderer Warte. Früher hat der 15-Jährige oft teilgenommen, in diesem Sommer hingegen war er in die Riege der Betreuer gewechselt.

Der spontane Besuch in der Buchhandlung war einer Absprache mit der Jugendföerderung zu verdanken. Grundgedanke war, dass die Lesefähigkeit gefördert und dafür die Leselust geweckt werden sollte. „Wir wollen sehen, wie das ankommt“, sagte Buchhändlerin Rahel Trotta, die sich durchaus weitere Veranstaltungen dieser Art vorstellen kann. Am Donnerstag, 18 September, ist im „Lesezeichen“ in der jahnstraße zum Thema „Männer morden sanfter“ allerdings ein etwas älteres Publikum angesprochen.

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