Zum Gickel Archivalie Nummer 13 serviert

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Genießerische Stille herrschte im Glöckelchenkeller, nachdem die Gickel aufgetragen worden waren. Schließlich schmeckt das köstliche Federvieh heiß verzehrt ganz besonders gut.

Groß-Zimmern (bea) ‐ Dieses Jahr waren die Gickel ganz besonders lecker, darin waren sich die Federviehliebhaber am Freitagabend beim Gickelsessen im Gewölbekeller des Glöckelchens einig. Auch wenn es in diesem Jahr eine Neuerung gab.

Das begehrte Füllsel stand nicht in einer großen Schüssel auf dem Tisch, aus der sich jeder bedienen konnte. In Pastetchenform wurde es mit dem Gickel gleich auf dem Teller gereicht. Eifriges Treiben herrschte vor der Ausgabe in der Küche des Gewölbekellers. Hier wurden die Gickel nicht fertig gestellt, dafür ist der Raum viel zu klein. Selbst das Verteilen auf die Teller verlangte eine ausgeklügelte Logistik. Anke Richter vom Restaurant Georgi, die die leckeren Gickel im Restaurantbackofen gebraten hatte, übernahm mit Tochter Christine das Verteilen auf die Teller, Enkel Stephan brachte zusammen mit einigen Mitgliedern des Kerbvereins die Teller zu den Gästen.

Bevor die Damen und Herren - Gäste und oft auch selber Mitglied des Glöckelchenvereins - ihre Zähne in das Federvieh schlagen können, hat Manfred Göbel noch ein paar Veranstaltungstipps parat. Einen Liederabend im Lande Schiwagos mit Magdalena Hermann und Natalija Freitag präsentiert das Glöckelchen am Sonntag, 24. Oktober, und eine Bilderausstellung zusammen mit dem Kerbverein wird es in diesem Jahr noch geben. Um Zimmerner Politikgeschichte will Göbel sich im nächsten Jahr intensiver kümmern, den beliebten Ortsrundgang und eine Musikveranstaltung wird es auf jeden Fall im Jahr 2011 geben.

Abriss aus der Zimmerner Ortsgeschichte

Wie gewohnt, erhielten die Gickelsesser auch wieder einen neuen Teil der Zimmerner Archivalien, Nummer 13 war diesmal dran. Im Archiv der evangelischen Kirchengemeinde hat Göbel diesmal tief gegraben und Bemerkenswertes hervorgeholt. 1858 begannen beide Kirchengemeinden mit ihren Chroniken, beide Pfarrer hatten ihren aktuellen Aufzeichnungen einen Abriss der Ortsgeschichte vorangestellt. Einen bedeutenden Unterschied gab es bei dieser frühen geschichtlichen Aufarbeitung, dem katholischen Pfarrer Adam Ignaz Krebs reichten dafür vier Seiten, 139 Seiten war die Geschichte Zimmerns dem evangelischen Pfarrer Carl Müller wert.

Hauptsächlich von den Unbilden des Wetters und den Schrecken des Krieges handeln die frühen Aufzeichnungen des evangelischen Pfarrers. So heißt es für das Jahr 1740: „Es war ein entsetzlich kalter Winter, von Oktober 1739 bis April 1740 andauernd. Alle großen Wasser und Flüsse waren zugefroren und blieben bis in die Mitte des Märzes stehen. Menschen und Vieh erfroren. Die Raben nahmen den Bäckern das Brod und den Metzgern das Fleisch von den Läden“. Insgesamt wünschte sich Göbel, dass die 139 Seiten von Krebs Aufzeichnungen als Ganzes veröffentlich würden.

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