Wegen hoher CO-Werten 15 Personen im Krankenhaus

Giftige Abgase in Indoor-Kartbahn

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Die Einsatzabteilungen der Feuerwehren aus Groß- und Klein-ZImmern waren am Donnerstag im Einsatz und führten die Besucher aus den Räumen. EInige mussten getragen oder gestützt werden.

Groß-Zimmern - Wegen Kohlenmonoxid-Vergiftung in der Indoor-Kartbahn kamen am Donnerstagabend 15 Personen ins Krankenhaus. Gegen 21.40 Uhr klagte zunächst ein Gast über Schwindel und Übelkeit und war anschließend kurzzeitig bewusstlos.

Der herbeigerufene Rettungsdienst stellte in den Räumlichkeiten erhöhte Kohlenmonoxid(CO)-Werte fest und rief die Feuerwehr zur Hilfe. „Wir waren dann nach wenigen Minuten vor Ort. Donnerstags sind wir immer sowieso im Feuerwehrhaus“, berichtet Pressesprecher Tobias Lang dem LA auf Nachfrage. Zunächst habe es recht harmlos geklungen. Doch als die Einsatzkräfte eintrafen, sei bereits eine zweite Person ohnmächtig gewesen und die CO-Warngeräte hätten angeschlagen. Daraufhin wurde weiter nachalarmiert und die sofortige Räumung veranlasst. Die rund 100 Anwesenden waren erstaunt, dass die Feuerwehrleute Atemschutzmasken trugen. „Das ist ja das Tückische an Kohlenmonoxid, dass man es absolut nicht bemerkt“, erklärt Lang. Alle Besucher wurden nach Prüfung der Sicherheit in einen angrenzenden Event-Raum gebracht. Zehn Personen mussten getragen, einige Lauffähige gestützt werden, mindestens fünf klagten über heftige Übelkeit. In der Folge stellte sich bei weiteren Besuchern Schwindelgefühl ein und sie mussten erbrechen.

Insgesamt wurden 80 Menschen erstmedizinisch versorgt. 15 Verletze im Alter zwischen 16 und 47 Jahren wurden in Krankenhäuser der Umgebung gebracht. „Ich bin seit 15 Jahren dabei, aber einen Einsatz mit so vielen Betroffenen habe ich noch nicht erlebt“, sagt Lang. Die Zimmerner Feuerwehr belüftete anschließend die Räume. „Bei geöffneten Fenstern erzeugen wir eine Art Unterdruck, so dass Durchzug entsteht“, beschreibt Lang. Für die Feuerwehr war der Einsatz um kurz nach Mitternacht vorbei. Die Polizei stellte den Fahrbetrieb bis zur Klärung der Ursache ein.

Bilder: Großeinsatz in Kartbahn in Groß-Zimmern

Gemeindebrandinspektor James Bennett koordinierte den Einsatz von 45 Kräften der Freiwilligen Feuerwehr, und 37 Kräften des Rettungsdienstes (13 Rettungswagen, zwei Notarzteinsatzfahrzeuge sowie der Betreuungszug der Johanniter Unfallhilfe Dieburg). Die Polizei unterstützte mit sechs Kräften. Der stellvertretende Kreisbrandinspektor Dieter Pabst und Bürgermeister Achim Grimm machten sich vor Ort ein Bild von der Lage. Bereits am Freitagvormittag untersuchten Ermittler der Kriminalpolizei die Räumlichkeiten. Sie konnten keine technischen Fehler an der Anlage festgestellen, so dass die Kartbahn von der Staatsanwaltschaft Darmstadt bereits wieder für den Betrieb freigegeben wurde. Die Ermittler gehen davon aus, dass ein Bedienfehler dazu geführt hat, dass die Entlüftungsanlage ausgeschaltet war und sich somit die Abgase der Karts in der Halle anreichern konnten. (guf)

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