Gleich drei Weltmeister in Klein-Zimmern

+
Drei Weltmeister: Christian Cicchelli, Yannik Müller-Trabert und Friedrich Kircher (v. l.) in ihrem Vereinslokal.

Klein-Zimmern (bea) ‐ Der Tischfußballclub (TFC) Klein-Zimmern ist immer für eine Überraschung gut. Jetzt zählt er unter seinen Mitgliedern gleich drei Weltmeister. Beim World Cup 2010 im französischen Nantes standen drei Spieler des Vereins ganz oben auf dem Treppchen.

Ein echter Klein-Zimmerner ist dabei, der aus einer Tischfußballerfamilie stammt. Christian Cicchelli siegte zusammen mit Yanik Müller-Trabert, ebenfalls beim TFC, und mit vier weiteren Spielern bei den Junioren und holte Gold. Friedrich Kircher spielt in einer anderen Altersklasse, scheint aber auf den Weltmeister abonniert zu sein. Schon im vergangenen Jahr holte er im Doppel mit Uli Stoepel den Weltmeistertitel bei den Senioren. Die beiden Hessen konnten den Erfolg von 2009 nun in 2010 wiederholen. Insgesamt war Kircher bereits sieben Mal Weltmeister.

Als Naturtalent schätzt sich Cicchelli ein. „Ich habe wenig Zeit zum Üben“, erklärt der Mannschaftsjuniorenweltmeister, „mir reicht das Training einmal wöchentlich“. Ob er auch noch solche Erfolge feiern kann, wenn er im nächsten Jahr zu den Erwachsenen aufsteigt, wird sich weisen.

„Scheibenwischmotor“ und Krafttraining halten fit

Etwas fleißiger sind da seine Vereinskollegen Kircher und Müller-Trabert, die jeweils am gegensätzlichen Ende der Altersskala stehen. Während Letzterer mit 13 Jahren der jüngste Teilnehmer des Weltcups war, gehört Kircher mit 61 Jahren zu den ältesten erfolgreichen Spielern. Das regelmäßige Training gehört jedoch für beide dazu.

Kircher trainiert zu Hause oft mit seiner Frau, die ihm eine gute Gegnerin ist. Hat diese keine Zeit, dann wirft er den Scheibenwischermotor an, der ihm an seinem Kicker den Gegner ersetzt. Krafttraining macht er auch, um fit zu bleiben und er trainiert oft mit einer Lochbrille, wie sie die Sportschützen tragen. Kircher hat bei verschiedenen Vereinen in der Umgebung trainiert, bis er bei den Klein-Zimmernern landete. „Hier ist die Atmosphäre gut und es ist nicht weit zu fahren“, sagt der Darmstädter.

Yanik Müller-Trabert - erst seit zwei Jahren dabei und schon Weltcup-Sieger

Vom Klein-Zimmerner Verein sind auch Yanik Müller-Trabert und die Eltern Christine und Ingo Trabert begeistert. Der 13-Jährige spielte in Klein-Wallstadt, bis die tischfußballverrückte Familie den TFC Klein-Zimmern kennenlernte. „Hier ist so eine gute Stimmung“, sagt Christine Trabert, die wie ihr Mann in der dritten Mannschaft des TFC spielt und auch an der Weltmeisterschaft in Nantes als Spielerin teilnahm. Die Begeisterung ist auch nötig, schließlich wohnen die Traberts in Hasselroth bei Gelnhausen und haben einen weiten Weg nach Zimmern.

Nicht nur Christian Cicchelli ist ein Naturtalent, Yanik Müller-Trabert spielt erst seit zwei Jahren und hat es trotzdem schon zum Weltcup-Sieger gebracht. „Ich habe nicht früher angefangen zu trainieren, weil ich vorher nicht richtig über die Tischkante gucken konnte“, erklärt der junge Weltmeister. Da ist ihm sein älterer Teamkollege Cicchelli voraus, der hat schon als vierjähriger Knopf auf einem Hocker stehend mit dem Üben angefangen.

Ende Februar geht die Bundesliga-Runde wieder los. Im ersten Team des TFC Klein-Zimmern spielen dann mit Mario Cicchelli und Friedrich Kircher zwei frische Weltmeister. Der dritte Weltmeister des Vereins darf noch nicht in die erste Mannschaft - er ist mit seinen 13 Jahren noch zu jung.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare