Glöckelchen nichts für Flüchtlinge

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1  416 Flüchtlinge kamen bis Ende Oktober in den Landkreis Darmstadt-Dieburg. Hier die Verteilung auf die Gemeinden.

Groß-Zimmern - Das Problem der Unterbringung von Flüchtlingen beschäftigt die Gemeinde weiterhin. Von Gudrun Fritsch 

„Ein privater Investor ist bemüht, eine Immobilie zu erwerben, um sie als Gemeinschaftsunterkunft umzubauen“, teilte Bürgermeister Achim Grimm am Dienstag den Gemeindevertretern mit. Ein Planentwurf werde derzeit mit den Fachbehörden abgestimmt.

Darüber hinaus prüfe die Gemeinde die Konditionen für die Errichtung einer Containeranlage für bis zu 50 Flüchtlinge. In Verhandlung mit dem Landkreis soll die Kostenträgerschaft geregelt werden. Der Landkreis Darmstadt-Dieburg musste im ersten Halbjahr 270 Flüchtlinge aufnehmen, bis zum Jahresende werden es laut Prognose weitere 422 sein. Momentan erfolgt die Zuweisung wöchentlich. Wegen des kurzfristigen Vorgangs müssen Unterkünfte jederzeit bereit gehalten werden, auch ohne dass bekannt ist, wer kommen wird. Nach den Bedarfszahlen soll der Kreis 2015 rund 1 300 Flüchtlinge aufnehmen, 66 kämen dem Verteilerschlüssel zufolge nach Zimmern. Da hier kein privater Anbieter gefunden wurde und auch keine gemeindeeigene Wohnung zur Verfügung steht, ist man verpflichtet, Räume in öffentlichen Gebäuden frei zu halten.

Kulturzentrum Glöckelchen besichtigt

Vertreter des Kreisflüchtlingsamtes haben in dieser Woche das Kulturzentrum Glöckelchen besichtigt, um zu entscheiden, ob die Räume geeignet wären. Auf Anfrage des LA teilte Kreispressesprecher Frank Horneff gestern mit: „Nach dem Termin mit unseren Fachleuten vor Ort am Mittwoch ist klar, dass das Glöckelchen für die Unterbringung von Asylbewerbern nicht geeignet ist - auch nicht als Notunterkunft. Gemeinsam mit der Gemeinde Groß-Zimmern werden wir jetzt mit Hochdruck alternative Lösungen suchen, damit auch Zimmern seine Zuweisungsquote erfüllen kann.“

„Das sehen wir auch so“, sagte Bürgermeister Achim Grimm, dem die Stellungnahme noch nicht vorlag. Er gehe davon aus, dass keine Zuweisung erfolgen kann, solange kein geeigneter Raum existiert. Die positive Nachricht dabei ist, dass das Glöckelchen nicht belegt wird. „Wir werden am Montag im Gemeindevorstand darüber reden und voraussichtlich die Freigabe des Kulturzentrums beschließen“, so Grimm.

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