Glück im Unglück

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Letzte Löscharbeiten. Das Haus konnte gerettet werden.

Groß-Zimmern ‐ Auf dem Boden liegt zwischen verkohlten Büchern und Schuhen eine kleine Plüschmaus. Angekohlt und leer steht das Etagenbett in dem Raum, der einst ein Kinderzimmer war. Von Gudrun Fritsch

Der Balkon- und Zimmerbrand griff im Südring am Dienstagmittag schnell um sich. „Mein Sohn kam aufgeregt rein und rief: der Balkon brennt!“, erinnert sich Alessandra Pelletier. Zum Glück kamen bei dem Brand weder die Eltern noch eines der insgesamt zehn Kinder - das jüngste ist zwei und das älteste 25 Jahre alt - zu Schaden. Ein Nachbar hatte sofort die Feuerwehr gerufen, die Minuten später vor Ort war. Zusammen mit der Feuerwehr Dieburg und deren Drehleiter konnte ein Ausbreiten des Brandes verhindert werden. Beim Eintreffen der insgesamt 45 Einsatzkräfte schlugen zwei Meter hohe Flammen empor, der Dachstuhl war bereits in Mitleidenschaft gezogen.

Das Zimmer und der Balkon sind jedoch verkohlt

Zunächst wurde ein Übergreifen auf das Nachbardach verhindert und das Feuer eingedämmt, von der Drehleiter aus wurde das Dach von oben gekühlt. Dann wurde der Zimmerbrand bekämpft. Dabei konnten eine Ausbreitung auf das übrige Gebäude verhindert und der Wasserschaden minimal gehalten werden. Neben der Dieburger Wehr waren auch Münsterer Einsatzkräfte mit Atemschutzgeräteträgern dabei. Nicht nur die Einsatzkräfte, auch die Nachbarn eilten sofort zur Hilfe und kümmerten sich fürsorglich insbesondere um die Kinder.

Zum Glück keine Erinnerungsstücke verbrannt

Die Freiwillige Feuerwehr konnte den Brand rasch löschen und ein Übergreifen der Flammen auf andere Gebäude verhindern

„Wir haben Glück im Unglück“, meinte Familienvater Geoffrey Pelletier, nachdem er das Haus besichtigen durfte. Das Gebäude ist bewohnbar, erneuert werden müssen wohl nur der Balkon, das angrenzende Zimmer und Teile des Dachstuhls. „Meine Mutter ist in Urlaub und wir können vorerst bei ihr wohnen, einige Kinder schlafen bei Freunden“, berichtet die zehnfache Mutter gefasst. Sehr dankbar seien sie für die zahlreichen Hilfeangebote, aber „es ist nicht so einfach, das anzunehmen. Jetzt müssen wir erstmal sehen, was gemacht werden muss, bevor wir wieder einziehen können.“ Als erstes müsse für die Kleinen Kleidung besorgt werden, denn das meiste ist verbrannt. „Ich bin so froh, dass unsere Erinnerungsstücke und Bilder nicht zerstört wurden“, sagt Alessandra Pelletier recht erleichtert.
Der Zimmerner Gemeindebrandinspektor James Bennett lobte die Arbeit der eingesetzten Kräfte. Bürgermeister Achim Grimm verschaffte sich vor Ort ein Bild der Lage und bot die Hilfe der Gemeinde an. Die Polizei schätzt den Schaden auf mindestens 50.000 Euro.

Noch unklar ist die Brandursache. Nach ersten Ermittlungen dürfte das Feuer auf dem Holzbalkon ausgebrochen sein. Der Südring war für die Dauer der Löscharbeiten für den Verkehr gesperrt. Es kam zu keinen Verkehrsbeeinträchtigungen.

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