„Goldisch Bobbe“ geht in Flammen auf

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Ein prächtiges Feuerwerk tröstet die Zimmerner über das Ende der Kerb hinweg.

Groß-Zimmern - „Nicole, du worst for uns e wunderbar Geschenk, ewwer jetzt hängste do un kriegst heit noch die Kränk“, trug Kerbpfarrer Thomas Heine zutiefst betrübt vor. Da hing die „goldisch Bobbe“ allerdings schon am Galgen und so mancher der Kerbborschte schaute sehr betrübt drein. Von Ulrike Bernauer +++Fotostrecke+++

Zuvor hatten die Kerb Dixie Stompers bei einem herzerweichenden Trauermarsch die Stimmung ordentlich angeheizt. Sie spielten ihr „Saint James Infirmary“in einer Endlosschleife vom Abmarsch am Roten Platz bis zum Anglerheim. Erstmals war die beliebte Zimmerner Musikgruppe beim Fest der Feste bisher nicht in Erscheinung getreten. „Auch Musiker werden älter“, scherzte bereits am Samstag ein Kenner der Szene.

Den Weg zum Scheiterhaufen säumten hunderte Zuschauer und auf dem Platz zwischen Anglerheim und Hundeverein wurde der Trauerzug von einer riesigen Menschenmenge empfangen. Abweichend vom sonstigen Bild waren diesmal die vielen Regenschirme, die die Besucher über ihre Köpfe hielten.
Der Regen, der glücklicherweise nur leicht über den Zuschauern niederging, hinderte das Feuer jedoch nicht und so kam es wie es kommen musste: Nicole ging in Flammen auf. Ob es für die Kerbbobbe ein Trost war, dass die Kerbborschte alle noch einmal eins auf ihr spezielles Wohl trinken wollten, wie Kerbpfarrer Heine in seinem Abschiedsspruch versprach, bleibt ihr Geheimnis.

Ein Leser weist darauf hin: „Ein Ende gefunden hat das Zimmerner Volksfest mit dem Tod von Kerbpuppe Nicole, die wie ihre Vorgängerinnen in Flammen aufging. Als die Zimmerner ihre Bobbe holten, strahlte der Himmel, zur Verbrennung weinte er. Für das schöne Wetter über Kerb war ebenfalls Nicole zuständig, allerdings nicht die Bobbe sondern als das Azorenhoch. Zufälle gibt`s!“

Recht gruselig war die Verbrennung. Erst verlor Nicole einen Fuß, dann folgte der nächste, ein Arm stürzte in die Flammen, bis sich Nicole schließlich ganz vom Galgen löste. „Das kommt drauf an, wie fest und gleichmäßig die Puppe gestopft ist“, erklärte Kerbevereinsvorsitzender Thomas Beutel. „Das ist alles echte Handarbeit, da kann es schon mal passieren, dass die Puppe in Einzelteilen herunterfällt.“, berichtet er wie immer zu Tränen gerührt.

Doch die Trauer war allerdings beim Publikum nur von kurzer Dauer. Kaum war Nicole endgültig ein Opfer der Flammen geworden, da ging auch schon das Feuerwerk los. Das war in diesem Jahr trotz des schlechten Wetters besonders gelungen und wurde von dramatischer Musik untermalt. Den großen Schlussapplaus hatten die Feuerwerker für diesen Abschluss der Kerb 2009 redlich verdient. Zeitgleich mit dem Ende des Raketengeheuls hörte auch der Regen auf, aber die doch wohl ziemlich durchnässten Zuschauer zog es schnell nach Zimmern zurück. Lediglich die Kerbborschte nahmen noch etwas länger Abschied von ihrer Nicole.
Super war die Kerb 2009, nur leider viel zu kurz“, so die einhellige Meinung von Kerbvadder Christian Fröhlich, Kerbpfarrer Thomas Heine und Kerbmädchen Maria Sardo. Aber ganz zu Ende war sie ja noch nicht. Den allerletzten Abend genossen die blau-weißen Kerbborschte sowie die vielen anderen Jahrgänge noch auf dem Roten Platz und in den Kneipen.

Impressionen vom Kerbabschied

Das Ende von Nicole

Nicht ganz so zufrieden waren die Angler. „Diesmal haben wir extra mehr Fischbrötchen gemacht wie sonst und jetzt sind noch ziemlich viele übrig“, erzählte einer von ihnen und einer anderer Vereinskollege meinte: „Hätte der Regen nicht noch zwei Stunden warten können?“.

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