Groß lernt sehr fein mit Klein

Im Umgang mit den älteren Schülern lernen die Kleinen gern.

Groß-Zimmern - (mj) „Das macht Spaß“, sagt die siebenjährige Lisa und findet es ganz toll, wie die älteren Schüler sich um sie kümmern. Und auch letztere finden die Sache äußerst positiv: „Man kann ihnen was beibringen, weil sie auf einen hören“, sagt Felix (13). Diese Woche hieß es wieder „Groß lernt mit Klein“.

Bei dem Projekt, das von der pädagogischen Leiterin der Albert-Schweitzer-Schule (ASS), Bärbel Tippe, betreut wird, sollen ältere und jüngere Schüler zusammengeführt werden. Ziel ist es vor allem, bei den Erst- und Zweitklässlern der Schule im Angelgarten möglichst früh das Vertrauen in ihre weitere Schulentwicklung zu fördern. Dabei geht es präventiv auch darum, Ängste und Vorbehalte abzubauen, vor dem, was nach in der weiterführenden Schule kommt.

So trafen am Mittwoch drei Förderstufenklassen der ASS auf drei Grundschulklassen. Ab der dritten Stunde war Projekttag angesagt, den man mit dem Bauen von Trommeln verbrachte. Die waren einfach aber wirkungsvoll: Über Blumentöpfe wurden mit Kleister zehn Lagen von Krepppapier gezogen. Nach dem Trocknen zeigte sich ein kleines Wunder, als der gespannte Bezug plötzlich lederähnliche Eigenschaften entfachte und beim Schlagen wie eine richtige Trommel klang. Auf den weiterentwickelten Blumentöpfen wurde als Höhepunkt ein Rythmen auf das Lied „Afrika, Afrika ist wunderbar“ einstudiert, bevor alle nocheinmal mit Lust und Laune lostrommeln konnten.

„Wir sind immer wieder überrascht“, wie problemlos die Kinder miteinander in Kontakt treten“, sagt ASS-Lehrer Andreas Schiener. „Die Schüler arbeiten ganz selbstverständlich miteinander“. Selbst ältere Jungen, von denen einige im Regelunterricht verhaltensauffällig seien, würden sich äußerst sensibel und aufmerksam um die Erstklässler kümmern. Wie Schiener sagt habe man in anderen Fächern bereits ähnlich gute Erfahrungen gemacht: So lasen sich kürzlich in Deutsch jüngere und ältere Schüler gegenseitig vor.

Fächer wie Deutsch, Kunst, Musik oder Sport bieten sich nach Meinung des Pädagogen regelrecht für eine Zusammenarbeit an. Aber auch Mathe sei möglich: „Das ist zwar etwas schwieriger, aber dann sind eben die Lehrer gefordert, sich etwas auszudenken“, so der Haupt- und Realschullehrer.

Die Aktion „Groß lernt mit Klein“ soll nach den Sommerferien mit weiteren Verknüpfungsprojekten fortgesetzt werden. Dann soll auch noch die Friedensschule mit eingebunden werden.

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