Groß-Zimmern

Band Diana & The Music: Internet-Abstimmung als Hoffnung

Konzerte und Gagen fallen weg, die professionelle Studioproduktion des ersten Albums stockt. Dennoch sagen Diana & The Music (v. l. Andreas Haus, Diana Sink, Manuel Stork und Marcel Bürner): „Wir machen auch aus der Corona-Krise das Beste!“
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Konzerte und Gagen fallen weg, die professionelle Studioproduktion des ersten Albums stockt. Dennoch sagen Diana & The Music (v. l. Andreas Haus, Diana Sink, Manuel Stork und Marcel Bürner): „Wir machen auch aus der Corona-Krise das Beste!“

Der Groß-Zimmerner Band Diana & The Music brechen die Einnahmen ein, mit denen sie ihr Debüt-Album produzieren wollte. Trotzdem: „Wir machen aus der Corona-Krise das Beste!“.

Groß-Zimmern – Normalerweise hielten Diana Sink (27, Gesang und Gitarre), Marcel Bürner (32, Gitarre), Andreas Haus (32, Keyboard) und Manuel Stork (30, Schlagzeug) nun ihre erste CD in den Händen: Für die professionelle Produktion ihres Debüt-Albums „Wild.at.Heart“ hatten Diana & The Music fürs Frühjahr Zeiten in einem Darmstädter Tonstudio gebucht. Das Coronavirus bremste die Aufnahmen der Band um die Groß-Zimmerner Frontfrau jedoch aus. Auch sämtliche Konzerte dieses Jahres drohen ins Wasser zu fallen, was zugleich die Finanzierung der Studioproduktion torpediert. Eine Internet-Abstimmung mit üppigem Preisgeld gibt etwas neue Hoffnung.

Denn bis zum morgigen Dienstag führt der Radiosender planet radio über seine Website (planetradio.de) den Wettbewerb „Nicht ohne mein Team“ durch. Gemeinsam mit einer Versicherungsgruppe hat der Sender 5 000 Euro Preisgeld ausgelobt, das komplett an den Sieger – das „Team“ mit den meisten Stimmen – geht.

Den Begriff „Team“ fasst planet radio dabei ziemlich weit: Klassische Sportmannschaften durften sich ebenso bewerben wie Feuerwehren, Freundeskreise – oder eben Musikgruppen. Mehrere hundert Teams beteiligten sich und begründeten, was sie in puncto Zusammengehörigkeit besonders macht. Diana Sink wählte für ihre Band offenbar die richtigen Worte: Diana & The Music wurden fürs Finale der fünf letzten Teams ausgewählt und stehen seit ein paar Tagen zur Abstimmung.

Die vier anderen Mitstreiter sind Teams aus den Bereichen Landwirtschaft, Feuerwehr, Unternehmensgründung und Kirmes. Am Wochenende lagen die Jugendfeuerwehr aus Gemünden und die Kirmesmacher aus Biebertal-Rodheim Kopf an Kopf an der Spitze; die Groß-Zimmerner Band nahm mit größerem Abstand den dritten Platz ein. „Das Kirmesteam hat es allein dadurch leichter, dass es selbst aus jeder Menge Leute besteht und diese jeweils wieder viele Leute kennen“, weiß Sängerin Sink, dass es schwer wird, den Sieg im Endspurt noch zu holen. Jeder Nutzer kann einmal pro Stunde abstimmen, die anderen Finalisten scheinen das teils recht gut „organisiert“ zu haben.

Enttäuscht ist Diana Sink deshalb nicht – im Gegenteil: Auch wenn andere den ersten Platz und damit das Preisgeld holen sollten, habe sich die Teilnahme schon jetzt ausgezahlt. „Es ist toll, wie viele Menschen uns schon unterstützt haben – auch solche, die man vielleicht seit der Schule nicht mehr gesehen hat. Viele denken an uns, es ist einfach schön.“

Überhaupt dominiere in ihrer Band die Auffassung: „Wir machen auch aus der Corona-Krise das Beste!“ Am Samstagabend jammten Gitarrist Marcel Bürner und die Namensgeberin des Quartetts, die auch die Lieder aus dem Bereich Singer/Songwriter, Pop und Rock textet und komponiert, online für ihre Fans. Das Jahr 2020 wollte die Band besonders professionell angehen. „Es war als Sprungbrett gedacht“, sagt Sink. Obgleich die Einschränkungen für Musiker noch auf Monate sehr heftig zu bleiben drohen, versuche man, Schritt für Schritt weiterzukommen. Unter anderem ihre mediale Präsenz und die Videoproduktion versuchen Diana & The Music aufrecht zu erhalten und auszubauen. Die Existenz der Gruppe ist mitnichten bedroht, zumal alle Bandmitglieder beruflich andere Wege gehen.

An den ausfallenden Konzerten können freilich auch die vier Musiker nichts ändern. Ein Rückschlag nicht nur, weil die Band ihre eigenen Songs – allein zwölf sind es auf dem neuen Album, zehn von der Frontfrau geschrieben auf Gitarre, zwei auf Klavier – erst mal nicht live vor Publikum präsentieren kann; gerade dafür sind die meisten schließlich Musiker geworden. Auch die Gagen, die in die Studioproduktion fließen sollten, fallen weg. Selbst nicht-öffentliche Auftritte auf Hochzeiten, die derzeit ebenso ausfallen, können Diana & The Music nicht durchführen. Schon seit Februar hielten sich die Veranstalter zudem merklich mit Buchungen fürs weitere Jahr zurück.

Doch auch wenn es bis zur Rückkehr auf die Bühne und ins Studio noch einige Zeit dauern könnte, auch wenn es bei „Nicht ohne mein Team“ für den Sieg eines formidablen Abstimmungs-Schlussspurts bedarf: Vom „Stolperstein“ Corona wollen sich Diana & The Music definitiv nicht zu Fall bringen lassen. Der ausgeprägte Teamgedanke in der Band trage auch und gerade in der Krise, sagt die Sängerin aus Groß-Zimmern.

VON JENS DÖRR

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