Bezauberndes Theater der Friedensschule

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Aus dem Gimpel wird simpel wieder der Räuber Hotzenplotz, und aus dem Vogelkäfig wird ein Abführmittel.

Groß-Zimmern - Lehrer machen Theater: An der Friedensschule hat das schon Tradition. Gegenwärtig probt das Kollegium mit großem Engagement den „Räuber Hotzenplotz“. Am Samstag (22. ) ist Premiere.

Das „Kasperltheater“ nach Otfried Preußler bietet weiten Raum zur Entfaltung komödiantischer Talente. Das wird ganz besonders am Kasper selbst deutlich. Dessen Darstellerin - der Name wird auf Wunsch des Ensembles vorab nicht verraten, weil der Überraschungseffekt Teil der Inszenierung ist - würde gewiss auch auf den Bühnenbrettern mit großem Erfolg ihre Brötchen verdienen können und hat das schon als „Urmel“ bewiesen.

Petrosilius Zwackelmann, der große und doch leicht zu überlistende Zauberer in Preußlers Fantasie-Kosmos - agiert bei den Proben ein wenig zu nervös, aber vielleicht legt sich das bis zur Premiere noch. Und mitten in der an Grundschulen üblichen Frauenszene agieren zwei Brummbässe. Leicht zu raten, dass einer von ihnen den Wachtmeister Dimpfelmoser gibt. Und der andere natürlich den Räuber Hotzenplotz.

„Wir haben das Stück im Herbst in einem sehr demokratischen Verfahren gemeinsam ausgesucht“, erzählt „Kasper“ in einer Spielpause. Für alle Akteure gab es dann Tonaufzeichnungen ihrer jeweiligen Sprechparts als Hilfe zum Memorieren über Weihnachtsfeiertage und Jahreswechsel. Bei der großen Probe am Samstag gibt es vereinzelt noch Hänger, aber das generiert eher Situationskomik denn ein Problem.

Schüler werden doppelt beschenkt

„Seit Ende Januar arbeiten wir intensiv am Stück“, fährt der Kasper fort und ist dann nicht mehr zu verstehen, weil Gabi Joest donnernd auf die Pauke und so manches andere haut. Sie ist die geniale Allround-Musikerin aller bisherigen Inszenierungen dieses Lehrertheaters und agiert mit großer, ansteckender Freude. „Wir machen was für die Schüler“, sagt sie während einer kleinen Umbaupause, „und die kriegen ihre Lehrer auch mal in einer anderen Rolle zu sehen.“

Sehr viel Spaß hat das Kollegium bei den Proben. Zu sehen ist das auch im jüngsten Theaterstück der Friedensschule ab 22. März.

„Das hat ja bei uns schon Tradition“, ergänzt Schulleiter Axel Puknat und rückt seinen Säbel zurecht. Im Grunde werden die Schüler gleich doppelt beschenkt: mit komödiantischer Unterhaltung und den Einnahmen aus den Aufführungen - Geld, das dann wiederum in schulische Projekte fließt, zum Beispiel in die Dauerbaustelle Schulhof. Dann ist da noch ein anderer Effekt, den der „Hotzenplotz“ anspricht: „Es macht Spaß, wir verbringen mehr Zeit miteinander, wodurch sich der Umgang im Kollegium intensiviert.“ Seit Januar wird zwei Mal wöchentlich jeweils drei Stunden geprobt. „Das ist sogar besser als ein internes Seminar, schafft dauerhafte Gemeinsamkeiten im Kollegium“, ergänzt ein dunkles Wesen aus dem Ballett.

Tanznummern gibt es nämlich auch, Schwarzlichttheater mit bunten Tüchern, und viel Blitz und Donner. Einiges wird geboten. Zwischendurch wird eine Frage diskutiert, ohne dass es zu einer endgültigen Lösung kommt: Hat jede Fee Flügel? Und was ist mit diesen, wenn die Fee in eine Unke verzaubert worden ist? Eine Antwort gibt es - vielleicht - am Samstag (22.) um 16 Uhr bei der Preemiere in der Aula der Schule (Ludwigstraße 3). Am selben Tag wird ab 19 Uhr noch mal gespielt. Die Aufführung am Sonntag (23.) ist schon ausverkauft.

Karten für acht (Erwachsene) und vier Euro (Kinder) gibt es aber noch für die Aufführungen am 28. um 17 Uhr und am 29. um 16 und 19 Uhr. Im Vorverkauf sind sie über die Homepage der Schule, während der ersten großen Pause und vielleicht auch noch vor den Auführungen an der Kasse zu haben.

(sr)

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