Kerb-Vorspiel mit Bajazz

Traditionelles Minigolfturnier vor dem Heimatfest

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Eingelocht! Am kniffligen Dibboier Bajazz feiern die Silberrocker, die „Erfinder“ des Kerbminigolfturniers, ihren Treffer. Ehrensache, dass der rot-weiße Jahrgang auch Turniersieger wurde.

Teamfähigkeit, Zusammenhalt, viel gute Laune und eine gehörige Portion Schlagkraft mussten die Jahrgänge mitbringen, um bei diesem Wettstreit zu punkten: dem Kerb-Minigolfturnier.

Groß-Zimmern –  Die Veranstaltung ist das sportliche Gesicht der vielen Gepflogenheiten und Rituale rund ums Heimatfest. Am Samstag wurde sie mit 25 Teams in der Adolph-Kolping-Anlage ausgetragen.

Gegen 10 Uhr in der kleinen Parkanlage: An Biertischgarnituren nehmen die ambitionierten Teams Platz – standesgemäß in rotem, blauem oder grünem Outfit. Neun Bahnen warten jungfräulich auf den ersten Schlag. Steaks bruzzeln auf dem Grillrost, zwischendrin wuseln die neuen Anwärter der Kerbborschte-Tradition umher. Die Jungs des grün-weißen Jahrgangs 1999/2000 wollen sich in diesem Jahr die Sporen als Kerbborschte verdienen. Wie es ein neuerer Brauch des Heimatfests verlangt, sind sie zunächst Ausrichter des Minigolfturniers.

Ein Klassiker unter den selbstgezimmerten Bahnen ist die Windmühle, an der sich die Kerbmädchen mit männlicher Verstärkung ausprobierten.

Arbeitsintensiv war der Aufbau der neun individuell gezimmerten Bahnen – und anstrengend das Bewachen derselben. „Wir haben Wache in drei Schichten geschoben“, so Jannick Mann, Vorsitzender des neuen Jahrgangs.

Hellwach sind unterdessen die Silberrocker. Der rot-weiße Jahrgang 1958/59 bringt sich in Stellung: beste Stimmung, Teamplay, Fitness. Derart gerüstet geht’s an die Bahnen. Hobbysportler erwartet ein Mix traditioneller Bahnen (Kultstatus haben das „Waschbecken“ und die Windmühle) und neuerer architektonischer Kunst. Vier Tage zimmerten die neuen Kerbborschte an ihrem Konstrukt: eine Bahn, die Dibborschs Fastnachtsnarr, den Bajazz, zum Protagonisten kürt. Und nein, es ist nicht nett dargestellt, das Sperrholzmännle mit überdimensioniertem Geschlecht.

Klein-Matti hatte Fütterungszeit in der Adolph-Kolping-anlage – der Papa schielte bereits auf den sportlichen Wettstreit.

Doch es ist die zweite „Dibborsch-Bahn“, an der sich die Geister scheiden. Durch ein gewundenes Plastikrohr gilt es, das Bällchen in einem Fangnetz zu platzieren. „Du brauchst mehr Glück als Können“, so Marius Rittscher vom Jahrgang 1999/2000. Essenz: Je ungeschickter man sich anstellt, umso größer die Chance einzulochen.

Weil’s vorrangig um den Spaß geht, ist der Erfolg jedoch Nebensache. Vor allem Jahrgänge nehmen am Turnier teil, aber auch Freunde, ja sogar ein paar zufällige Passanten.

Erfunden wurde die Spaßveranstaltung vom Jahrgang 1970/71, der, Ehrensache, mit am Start ist. Bei einem Kerbvorbereitungs-Camp am Edersee habe der Jahrgang seine Passion für Minigolf entdeckt, erzählen Kerbvadder Holger Bernhard und Mundschenk Holger Reitz. Nach rund 20 Jahren als Ausrichter gaben sie 2010 das Staffelholz ab. Seither sind die jeweils „Aktuellen“ als Veranstalter am Zug.

Die neuen Kerbanwärter haben ihre Sache gut gemacht. Nach mehrstündigem Wettstreit steht der Sieger fest: Die Silberrocker haben den Titel eingeheimst. Platz zwei teilen sich der rot-weiße Jahrgang 1964/65 mit dem „Team Blau“, Jahrgang 1995/96. Auch das Mädelsteam der Silberrocker hat für einen vorderen Platz gekämpft. Erfolgreich! Die Silberrockerinnen sind Dritte.  zah

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