„Auf Erleuchtung warten, funktioniert nicht“

Groß-Zimmern - Top-Model, Philosoph oder Bankdirektor - welche beruflichen Chancen sich Schulabgängern eröffnen, ist bei den jungen Menschen oft mit rosafarbenen Idealvorstellungen besetzt. Von Ursula Friedrich 

Welcher Job passt zu mir? In der Albert-Schweitzer-Schule (ASS) wird zur Unterstützung bei der Suche schon lange Zeit vor den Prüfungen für Real- oder Hauptschulabschluss Berufsorientierung groß geschrieben. Eine pragmatische Chance, die geeignete Ausbildung zu finden, bot jetzt das „Jobinterview“. 60 ASSler, vom angehenden Hauptschulabsolventen bis zum Gymnasisten, hatten die Möglichkeit, 16 Unternehmensvertretern auf den Zahn zu fühlen.

Besonders um die Kriminalkommissare Harald und Liliane Daab scharten sich vielen Interessenten. Die Schüler konnten sich je nach Interesse in die Inforunden einwählen. „Ist der Beruf so spannend wie im Fernsehen?“, wollten einige wissen. „In eineinhalb Stunden finden wir nicht den Mörder“, entgegnete der Oberkommissar. „Aber es ist spannend und abwechslungsreich. Bei uns gibt’s Aufgabengebiete vom Hubschrauberpiloten bis zum Streifenpolizisten.“ Soziale und kaufmännische Jobs, Pflegeberufe, handwerkliche und medizinische Ausbildungen oder eine Karriere bei der Bundeswehr - aus vielen Bereichen gab es Impulse und Informationen.

Klare Zukunft vor Augen

Das Gros der kommenden Schulabgänger hat in Form einer Zusage von weiterführenden Schulen oder mit einem Ausbildungsvertrag eine klare Zukunft vor Augen. Nun gilt es, den Schulabgängern 2014/15 Eindrücke mitzugeben.

„Berufsorientierung ist ein Schwerpunkt an unserer Schule. Je früher man Ideen hat, desto eher weiß man, was man will“, so die Haupt- und Realschulleiterin Ingeborg Klages. Unter dem Motto „Fit für´s Leben, fit für den Beruf“ vertieft die ASS die Orientierungsphase in Theorie und Praxis - mit externen Unterstützung. „Wir möchten den Kontakt zu den Firmen weiter intensivieren“, sagte Klages, die große Unternehmen wie Merck, DM, Toom, Barmer, Sparkasse und Volksbank begrüßte, aber auch lokale Firmen wie das Unternehmen Wolf, Senator oder Blank Immobilien.

Das Jobinterview sei nicht der Schlusspunkt der Aktionen. In den Klassen wird nun nachgearbeitet - zum Beispiel im frisch eingerichteten Berufsinforaum im sanierten Trakt der ASS. Und wer weder Ideen noch Perspektiven hat, ist nicht auf einsamer Flur. „Ehrenamtliche übernehmen Patenschaften für junge Leute und helfen bei der Ausbildungssuche“, erläuterte Jugendpfleger Tom Hicking. Und Ira Drewitz sorgt im Jugendzentrum wöchentlich per Aushang für eine umfassende Darstellung des offenen Lehrstellenangebots.

Hickings Botschaft an alle Unentschlossenen lautet: „Probiert Dinge aus, macht Praktika, um zu testen, was ihr überhaupt wollt. Zu Hause sitzen und auf die große Erleuchtung warten, das funktioniert nicht.“

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