Kerbtaufe 2012

Getauft von innen und von außen

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Nichts für „Warmduscher“: Die Kerbtaufe des Jahrgangs 1992/93 ist ein Festakt mit Handicaps.

Groß-Zimmern - Wer diese Prozedur überlebt, den kann auch die Zimmner Kerb nicht mehr erschüttern. Mit großem Hallo, viel Gesang und Gelächter wurde der aktuelle Kerbborschtejahrgang 1992/93 im Wasser der Gesprenz getauft. Von Ursula Friedrich

Am „Gailsloch“ mussten die 27 blau-weißen Borschte am Samstag viel über sich ergehen lassen. Nicht nur auf Herz und Nieren, sondern auch Leber und gesangliche Schlagfertigkeit wurde die junge Truppe geprüft – die bis zum Bauchnabel im trüben Wasser stand. Als Pate stand der blaub-weiße Jahrgang 1989/90 Spalier, während Kerbpfarrer Thomas Heine seine Schützlinge ordentlich unter Wasser drückte. In Phase zwei des Prozederes goß Mundschenk Patrick Houstecki aus einem dubiosen Gießkännchen ein undefinierbares Gebräu in den Rachen seiner „Opfer“. „Selbstgebrannter Schnaps“, orakelte Kerbvereinschef Thomas Beutel.

Fit für die Kerb

„Wir haben ihn schon fünffach verdünnt“, gestanden die Taufpaten – dennoch brachten selbst hartgesottene Zeitgenossen das hochprozentige Gebräu mit kräftigem Chilligeschmack nur widerwillig hinunter. Und ein Pastillchen Fischerman’s Friend aus den Händen von Kerbvadder Christian Fröhlich linderte das Feuer im Rachenraum nicht.

Umso kräftiger sangen die Träger der diesjährigen Kerb gegen die Schmachgesänge der übrigen Jahrgänge an, die sich am Ufer formiert hatten. Folglich war das Spektakel weit zu hören und lockte - nicht nur deshalb - viele Besucher an. Seit 1998 werden Jahrgänge bei dieser feuchtfröhlichen Gepflogenheit mit Schwimmente, Badekapp und stets neuen Ideen „getauft“ und für die Kerb fit gemacht. Eine Neuerung, die alte Bräuche bereichert, und die Erkenntnis festigt: Kerbborschte, die nach dieser Tortur unversehrt aus dem Gailsloch steigen sind aus besonders hartem Holz geschnitzt.

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