Neue Schilder kennzeichnen Gemarkungen

Gänsefuß jetzt auch im Zimmerner Wald

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Louis Löffelbein und Silva Scholz bringen im Wald neue Abteilungsschilder an.

Groß-Zimmern - Den Aufmerksamen Besuchern wird die Änderung im Zimmerner Wald wohl auffallen. Die alten Abteilungsmarkierungen hängen nicht mehr an den Bäumen, dafür wurden die Ecken der Abteilungen mit neuen Schildern versehen. Von Ulrike Bernauer 

Jetzt prangt in der Zimmerner Gemarkung neben der Zahl für die jeweilige Abteilung auch der Gänsefuß. Silva Scholz und Louis Löffelbein haben diese Arbeit im Zimmerner Forst erledigt. Sie leisten im Forstamt Dieburg ihren ökologischen Bundesfreiwilligendienst (ÖBFD) und haben schon in fast allen Forstämtern des Dieburger Bezirks ausgeholfen. „Wir waren überall meist für zwei Wochen und manchmal auch für längere Zeit“, erzählt Scholz. Im Otzberger Forstamt etwa haben die beiden die Hütte Bauershecke sowie den dazu gehörigen Holzschuppen auf Vordermann gebracht.

„Das war aber mehr eine Nebentätigkeit“, ergänzt Löffelbein. „Wir unterstützen in der Regel den Förster, helfen beim Auszeichnen und schneiden Äste weg.“ Im Groß-Zimmerner Revier unterstützten sie Förster Martin Starke unter anderem beim Aufasten. Dabei werden die unteren Triebe bei jüngeren Bäumen weggeschnitten, um wertvolleres und astfreies Stammholz zu erhalten. Sie haben aber auch Markierungen nachgezeichnet, die schon sehr verblasst waren.

An ihrem letzten Arbeitstag im Zimmerner Forst hängen die beiden ÖBFD-ler die neuen Abteilungsschilder auf. „Das ist mal was Anderes. Vor zwei Jahren haben wir beschlossen, die alten Markierungen zu ersetzen, weil viele schon gefehlt haben. Ich habe vorgeschlagen, das Wappen der jeweiligen Kommune mit aufzudrucken, das fördert die Identifikation der Bürger mit ihrem Wald“, sagt Starke. Auf den ersten Blick können Spaziergänger nun erkennen, ob sie sich noch im Forst der Heimatgemeinde oder schon im Nachbarort befinden.

Weitere Unterstützung wird benötigt

Starke ist froh über die Unterstützung, muss er solche Arbeiten doch sonst alleine erledigen. Deshalb freut er sich auch darauf, dass Löffelbein und Scholz im Mai noch einmal nach Zimmern kommen. Da kann er bei so manchem Naturschutzprojekt wieder Unterstützung brauchen, etwa wenn die Teiche des Messeler Hügellandes auf ihre Flora und Fauna gesichtet werden.

Die zwei ÖBFD-ler, die ihren Dienst noch bis Ende Juli im Dieburger Forstamt leisten, wollen sich langfristig um den Wald kümmern. Beide wollen Forstwirtschaft studieren. „Ich finde den Beruf so toll, weil man sich entscheiden kann, ob man im Büro oder draußen arbeiten will. Es macht einen riesigen Spaß im Wald. Mein Vater arbeitet als Schreiner, also mag ich Holz sehr gerne“, sagt Scholz.

„Ich war immer draußen spielen“, berichtet Löffelbein. „Wenn meine Eltern einen Bauernhof hätten, würde ich den übernehmen. Da ich schon in der neunten Klasse ein Praktikum im Forstamt Dieburg gemacht habe, habe ich die Arbeit eines Försters kennen gelernt und mich dann später entschieden, das Freiwillige Ökologische Jahr zu machen.“

Förster gehen in Pension

Nicht nur der Zimmerner Förster ist heilfroh über die Entscheidung der beiden jungen Leute. In den nächsten zehn Jahren werden 50 Prozent von Hessens Förstern in Pension gehen und Hessen Forst hat das Problem erkannt. „In drei Jahren fängt es an, dass jedes Jahr 40, 50 Förster altersbedingt aufhören“, so Starke. „Deshalb stellt Hessen Forst schon jetzt Förster über Bedarf ein, damit wird vorgesorgt. Denn in einem Jahr findet man nicht so einfach eine so große Anzahl an Förstern.“

Bis Scholz und Löffelbein ausgebildet sind, wird noch einige Zeit vergehen. Förster Starke erhält aber schon im April 2014 für ein knappes Jahr Unterstützung. Dann kommt ein junger Forstanwärter, der bei Starke sein zweites Staatsexamen absolviert, bevor er sich endgültig Förster nennen darf.

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