Zwischen Frühlingsblühern und Deko-Lamm

Ostereiersuche in Adolf-Kolping-Anlage mit Besucherrekord

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Groß-Zimmern - Der Osterhase legt eine Doppelschicht ein. Bereits am Palmsonntag hoppelte das Symboltier des Osterfests schwer bepackt des Weges. Rund 1500 bunte Eier wurden in der Adolf-Kolping-Anlage versteckt. Von Ursula Friedrich 

„Auf die Plätze, fertig, los!“, kaum hatten die Helfer des Hasens das Startsignal erteilt, stürmten Knirpse ab Windelalter die Parkanlage. Geschätzte 300 Besucher lockt die beliebte vorösterliche Veranstaltung der ehemaligen Kinder- und Jugendlobby ins Freie. Zwischen alten Baumbeständen, Frühlingsblühern und österliche Dekoration wird die Eiersuche zum Sonntagshighlight für die ganze Familie. „Vermutlich ein Besucherrekord“, schätzt Henny Keller aus dem Veranstaltungsteam. Das Traumwetter – die Sonne lachte mit ungewöhnlichen warmen 24 Grad vom Himmel – trägt zum Erfolg bei.

Des einen Freud ist des anderen Leid: die drei Hasenhelfer im dicken Pelz kommen ordentlich ins Schwitzen. Die Studentin Angelina Veronika Kilian und Schülerin Ronja Zink haben neben dem Hasenfell meist noch ein begeistertes Kleinkind zu schleppen, das von den Hasenmädchen gar nicht genug bekommt. Dritter Mümmelmann im Bunde ist George, der vor einigen Monaten als Flüchtling aus Syrien nach Groß-Zimmern kam. Weil ihm die Familie Keller, diesmal als Ehrenamtliche im Asylkreis, hilft, nahm er dankbar die Chance an, einen Gegendienst zu leisten. Dass man für den Freundschaftsdienst ins Fellkostüm schlüpfen und als Osterhase über die Wiese tapsen muss, ist für George kein Handicap. „Ich bin Christ“, erzählt der junge Mann, „bei uns zuhause verkleiden sich Kinder und Erwachsene zu Ostern.“ Gemeinsam zieht man dann durch den Ort – zumindest früher, bevor der Krieg tobte. George ist nun zunächst für ein Jahr in Deutschland und hofft, nach dem Hasenjob in seinem eigentlichen Beruf als Kfz-Mechaniker eine Arbeit zu finden.

Gastgeschenk für Ostern: Gläser statt Körbchen nehmen

Zurück auf die Blumenwiese: Dort haben die Veranstalter tüchtig dekoriert, Holzhäschen und Deko-Lämmer werden bestaunt. Die Eiersuche ist das letzte Fragment der Vereinsarbeit, die sich die Kinder- und Jugendlobby auf die Fahne schrieb. Gegründet hat sich der Verein, vor der Ära des Gemeindejugendpflegers Tom Hickings, der inzwischen die Kinder- und Jugendarbeit für junge Bürger auf eine breite Ebene gestellt hat. „Vor 16 Jahren war noch nicht viel los“, berichtet Werner Parsczinski, unter anderem hoben die Jugendlobbyisten die Fahrradbörse und das Spielfest aus der Taufe. Inzwischen hat sich der Verein aufgelöst. An der Eiersuchaktion halten sie fest. „Uns macht es fast am meisten Freude, wenn die Kinder solchen Spaß haben“, bekennt Henny Keller. Doch die Mitstreiter sind älter geworden. „Das Bücken beim Eierverstecken fällt schwerer“, schmunzeln die ehrenamtlichen Osterhasen. Man müsse ja tags zuvor die Parkanlage reinigen, so Parsczinski, besonders „tierische Tretmienen“ gilt es zu beseitigen. Hundehaufen lagen diesmal allerdings kaum herum, es gibt ein Lob an die Hundehalter, „offenbar hat es ein Umdenken gegeben.“

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