Nutzen-Kosten-Faktor positiv, aber zu gering

Aus für den Traum von der Tram?

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Ziemlich betreten sahen (von links) Christel Sprößler, Jochen Partsch, Christel Fleischmann und Achim Grimm am Montag bei der Verkündung des schelchten Kosten-Nutzen-Verhältnisses einer Straßenbahnverbindung zwischen Darmstadt und Groß-Zimmern aus.

Groß-Zimmern - Ob es zu der im Ort gewünschten Straßenbahn von Darmstadt über Roßdorf nach Groß-Zimmern kommt, ist ein gutes Stück ungewisser geworden. Von Gudrun Fritsch 

Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch stellte am Montag gemeinsam mit dem Kreisbeigeordneten Christel Fleischmann die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zur ÖPNV-Untersuchung vor. Flankiert wurde Partsch vom Kreisbeigeordneten Christel Fleischmann sowie den Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden Roßdorf und Groß-Zimmern, Christel Sprößler und Achim Grimm. Bereits im Sommer 2013 wurde die Untersuchung für die Strecke nach Roßdorf und Groß-Zimmern durchgeführt. Das Zentrum für integrierte Verkehrssysteme (ZIV) bearbeitete drei Varianten, so genannte Mitfälle, für die überschlägige Nutzen-Kosten-Faktoren berechnet wurden. Diese Straßenbahntrasse verläuft in Darmstadt (vom Hauptbahnhof kommend) über die Landgraf-Georg-Straße in Richtung Ostbahnhof. Dort ist eine Unterführung der B 26 und der Odenwaldbahngleise sowie ein Halt am Ostbahnhof vorgesehen. Im Weiteren folgt die Bahnlinie um Roßdorf herum der ehemaligen Bahntrasse nach Groß-Zimmern. Östlich von Roßdorf an der B 38 liegen mögliche Endpunkte „Mitfall eins und zwei“ (8,8 und 9,4 Kilometer). Beim Mitfall drei wird die Strecke über Gundernhausen auf der alten Bahntrasse insgesamt 14,8 Kilometer bis nach Groß-Zimmern geführt. Die Baukosten für diesen Fall würden fast 125 Millionen Euro betragen.

Keine dieser drei Varianten erreicht den für eine Förderfähigkeit durch Land oder Bund notwendigen Nutzen-Kosten-Faktor (NKF) von mindestens eins. Partsch betonte, die Straßenbahnverbindung sei weiterhin ein sinnvolles Projekt, mit dem zusätzliche Fahrgastpotentiale erschlossen werden könnten. Allerdings reichen diese Potentiale nicht aus, um die Investitionskosten zu rechtfertigen. „Wir haben schon mit dem Grünen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir gesprochen und werden gemeinsam weiter nach Lösungen suchen, wie eine Landesförderung auch ohne den entsprechenden NKF gefunden werden kann“, betonte Fleischmann. „Viele positive Aspekte einer neuen Straßenbahn wie zum Beispiel im Bereich der Stadtentwicklung und bei Standortvorteilen für Unternehmen werden beim jetzigen Bewertungsverfahren nicht berücksichtigt“, so der DADINA-Vorstandsvorsitzende Partsch. Wie es weitergehen könnte, wenn die Straßenbahn nicht realisiert wird, wurde in Aussicht gestellt. Denn die Probleme der heutigen ÖPNV-Verbindungen, Auslastung der Fahrzeuge, Stau am Ostbahnhof und zahlreiche Busse in der Darmstädter Innenstadt, bleiben bestehen. Die Nachteile der Straßenbahnlinie wie hohe Investitionskosten und eine Führung um die Gemeinde Roßdorf herum ließen sich durch eine Sammelbuslinie im genannten Korridor vermeiden“, erklärte Fleischmann. Größere als die heutigen Gelenkbusse, auch elektrisch betriebene, könnten eingesetzt werden, die bis zu 200 Fahrgäste befördern können. Die würden teilweise die alte Bahntrasse nutzen, bis zum Luisenplatz und zum Hauptbahnhof in Darmstadt fahren und die Zahl der Busbewegungen in der Innenstadt verringern. Eine weitere Alternative wäre eine Straßenbahn vom Ostbahnhof bis zum Luisenplatz. Eine Variante, die für viele Ost-Pendler jedoch zusätzliches Umsteigen vom Bus in die Bahn bedeuten würde.

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