Flurwanderung der CDU

Von Ufer zu Ufer

+
Heinrich Bach diente als Kartenhalter, während Clemens Geiß das Auenverbundsystem zwischen Gersprenz und Katzengraben erklärte.

Groß-Zimmern - Durch die Auenlandschaft von Groß-Zimmern führte am Sonntag die Flurwanderung der CDU. Clemens Geiß hatte die Tour ausgesucht, „in dem Gebiet bei den Auen waren wir in all den Jahren noch nicht.“

Geiß führte die Teilnehmer nicht nur durch eine zauberhafte Frühlingslandschaft, sondern er hatte auch viel Wissenswertes zu erzählen. „Das Projekt der Auenverbundplanung läuft schon seit 15 Jahren, wird aber von den meisten Zimmernern kaum wahrgenommen. Es wurde von der Bundesregierung im Zuge der Wasserrahmenrichtlinien aufgelegt und soll dafür sorgen, dass der Eintrag von Pflanzenschutz- und Düngemitteln in die Fließgewässer geringer wird.“ Das sollte durch extensive Landwirtschaft erreicht werden. Deshalb hat die Gemeinde im Verlauf der letzten 15 Jahre schon einige Äcker angekauft. Insgesamt 766.000 Euro sind vom Land bisher an Mitteln geflossen. Am Beginn der Maßnahme musste Groß-Zimmern 20 Prozent selber aufbringen, inzwischen wird dieser Anteil vom Gersprenz-Verband übernommen.

Heinrich Bach spielte für Geiß den Kartenhalter, denn der Wasserfachmann zeigte den Wanderern auf der Karte nicht nur den Verlauf Gersprenz sondern auch des Katzengrabens. Letzterer, das Fließgewässer bei Klein-Zimmern, ist nach Geiß kein natürliches, sondern wurde mit reiner Muskelkraft gegraben.

Verbesserung der Wasserqualität

Neben der Verbesserung der Wasserqualität soll durch die Maßnahmen auch die Fischdurchlässigkeit an der Gersprenz von der Mündung bis zur Quelle gewährleistet werden. Das ist bei der Gersprenz nicht der Fall, weil die Staustufen an der Unter- und Obermühle von den Fischen nicht als Fischtreppe genutzt werden können. Deshalb ist in der Planung, eine solche Treppe an der Staustufe beim Anglerheim zu bauen.

Zusätzlich soll das Gebiet zwischen Gersprenz und Katzengraben auch als Überflutungsfläche dienen, wobei Geiß nicht mehr mit Hochwasserproblemen rechnet, Schließlich wurden weiter flussaufwärts inzwischen Retentionsflächen geschaffen, die viel Wasser aufnehmen können. Dennoch müssten die Neubauten, die auf dem Gebiet des ehemaligen Autohauses entstehen sollen, so gebaut werden, dass das Wasser darunter durchfließen kann.

Geiß freute sich auch über eine weitere Naturschutzmaßnahme, denn der Biber habe sich an der Gersprenz in Höhe des Hofes von Bauer Mann wieder angesiedelt. „Ich rechne damit, dass sich der Biber auch wieder bachaufwärts Richtung Reinheimer Teich ausbreiten wird.“ Ein ganzes Wegstück weiter übernahm Bürgermeister Achim Grimm die Führung. Er erklärte die Planungen zum Ausbau eines weiteren Radweges.

Diese Politiker wechselte in die Wirtschaft

Diese Politiker wechselten in die Wirtschaft

Entgegen ursprünglichen Erwägungen, einen Radweg parallel zur Landesstraße 3115 zwischen Groß- und Klein-Zimmern zu bauen, soll nun der Hans-Geiß-Weg genutzt werden. Ausgebaut werden soll eine Verbindung zum Radweg am Reinheimer Teich. Dazu hat die Gemeinde Verhandlungen mit dem Bistum Mainz aufgenommen und erreicht, dass westlich des St. Josephs-Hauses eine Verbindung zwischen dem Hans-Geiß-Weg und der Landesstraße entstehen kann.

Derzeit ist man im Gespräch mit Hessen Mobil, denn entlang des Sportplatzes der Viktoria müsste dann noch ein Stück von rund 80 Metern an der L 3115 als Radweg ausgebaut werden.

Nach einer relativ kurzen Wanderung mit vielen Informationen kehrten die Wanderer dann im Anglerheim ein und erholten sich bei Kaffee und Kuchen.

bea

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare