Aus für Parkplatz an der Bartholomäuskirche

Gemeinde verkauft Haus Hirschkopf

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Das Haus Hirschkopf soll verkauft und vom neuen Eigentümer saniert werden.

Groß-Zimmern - Eigentlich wollte die Gemeinde zusätzliche Parkplätze für den Ortskern schaffen. Nur aus diesem Grund wurde das Haus Hirschkopf in der Wilhelm-Leuschner-Straße 2008 gekauft. Von Ulrike Bernauer 

Nachdem die Denkmalschutzbehörde das Gebäude kurz darauf als erhaltenswert eingestuft hatte, versucht die Gemeinde das Haus samt Nebengebäuden nun wieder zu verkaufen. Bis zum 30. Mai konnten sich Interessenten für das Anwesen melden, das Mindestgebot für das Grundstück von 1000 Quadratmetern mit Wohnhaus, landwirtschaftlicher Scheune und Nebengebäuden lag bei 200.000 Euro. Bürgermeister Achim Grimm bestätigte auf Nachfrage des Lokal-Anzeigers, dass es ernsthafte Interessenten für das Anwesen gebe.

Noch heute zeigt sich der Bürgermeister irritiert über das Vorgehen der Denkmalschutzbehörde. „Wir haben damals extra noch vor dem Kauf in die Denkmalschutztopographie geschaut, da stand das Gebäude nicht drin. Wir hatten bereits die Abbrucharbeiten ausgeschrieben, als es dann überraschend doch unter Denkmalschutz gestellt wurde. Hätten wir diese Information schon vorher gehabt, dann hätten wir das Anwesen gewiss nicht gekauft.“ Da war die Gemeinde aber schon im Besitz des Gebäudes. Laut Bürgermeister Grimm habe es in den folgenden Jahren zahlreiche Gespräche nicht nur mit der unteren Denkmalschutzbehörde, sondern auch mit dem Landesdenkmalschutz sowie weiteren Institutionen gegeben. Dabei habe man erreicht, dass nur das Gebäude, das tatsächlich von dem Hirschkopf geziert wird, erhalten werden muss. Die Nebengebäude sowie die Scheune dürfen abgerissen werden, hier könnte weitere Wohnhausbebauung entstehen.

Dass nur das Wohnhaus erhalten werden muss, bestätigte auf telefonische Nachfrage auch Angela Exo von der Unteren Denkmalschutzbehörde. „Das Wohnhaus mit Torhaus muss denkmalschutzgerecht saniert werden. Die anderen Gebäude können niedergelegt werden. Die Sanierung muss mit uns abgesprochen werden.“ Dabei gibt es klare Richtlinien, wie die Fassade, das Dach und die Fenster wieder instand gesetzt werden sollen. Untersuchungen hätten ergeben, dass sich das Haus in absolut sanierungsfähigem Zustand befindet.

Auf die Frage, warum das Gebäude seinerzeit so plötzlich unter Denkmalschutz gestellt wurde, erklärte Exo: „Bei einer landkreisweiten Nacherfassung in zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege kommt es immer wieder vor, dass Gebäude noch nachträglich in die Denkmalschutztopografie aufgenommen werden.“ Schon seit Jahren wird an einer Neufassung dieser Denkmalschutztopographie gearbeitet, im Laufe dieses Jahres soll sie endlich erscheinen. Allerdings nicht wie früher als Buch, sondern vorläufig nur in digitaler Form.

Die Gebote des Bewerberverfahrens werden der Gemeindevertretung im Juli zur Beschlussfassung vorgelegt. Für das Grundstück gibt es keinen Bebauungsplan, es gilt Paragraph 34 des Baugesetzbuches, der besagt, dass sich der Neubau nach Art und Maß der Nutzung, Bauweise und der Grundstücksfläche in die Eigenart der näheren Umgebung einfügen und die Erschließung gesichert sein sollte, denn das Ortsbild darf nicht beeinträchtigt werden.

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