Gemeinde versteigert, was im Fundbüro gelandet ist

Drahtesel schon für zehn Euro

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Bei der Fundsachenversteigerung der Gemeinde werden die Fahrräder erst einmal kritisch begutachtet.

Groß-Zimmern - Übers Jahr fällt so einiges im Fundbüro an, auf das sich Schnäppchenjäger freuen können. Besonders Zweiräder stehen bei Versteigerungen hoch im Kurs.

Fahrräder sind die Gegenstände, die am meisten bei der Gemeinde eingesammelt werden. Seien sie nun gestohlen oder einfach vergessen worden, so mancher scheint seinen alten Drahtesel einfach so zu entsorgen. Neben so manchem Stück, das eher historisch anmutet, wie Versteigerer Thomas Frank sagt, sind aber auch einige richtig gute Räder dabei. So erzielte manches Rad bei der Fundsachenversteigerung der Gemeinde am Samstag im Rathaus 50 oder gar 70 Euro.

36 Drahtesel warteten auf neue Besitzer, zwei Roller waren unter den Fundschätzen, aber auch einige Armbanduhren und Schmuckstücke, wie eine Halskette mit Türkisen. Das eingenommene Geld wandert in die Gemeindekasse, wofür es letztendlich verwendet wird, ist noch unklar. Auf jeden Fall musste jeder, der einen Gegenstand ersteigert hatte, sofort seinen Obolus bezahlen. Der Groß-Zimmerner Gerd Riske ersteigerte ein Damenfahrrad für 39 Euro. „Das ist für eine meiner Töchter“, sagt Riske, „die haben zwar schon eins, aber dann kann man auch in der Stadt, wo sie studieren, eines hinstellen.“

Für einen Roller gab Frank den Zuschlag bei drei Euro. Michael Keller hat das Gefährt für seinen Sohn ersteigert, er war auch der Einzige, der überhaupt Interesse an dem Roller zeigte. „Das ist ein Trickroller, der ist sehr stabil, damit kann mein Sohn springen. Wir haben zu Hause noch so einen.“ Keller kommt jedes Jahr, sofern es ihm zeitlich möglich ist. Ohannes Boursalioglu will sein Geländerad, das ihn 40 Euro gekostet hat, selber nutzen. „Da muss ich zwar noch einiges dran machen, aber dann kann ich das gut verwenden.“

Sabrina Decker konnte ein Kinderfahrrad für ihren Neffen ersteigern. Die Fahrradbörse an der Albert-Schweitzer-Schule im März hatte sie verpasst. „Ich komme nicht regelmäßig, immer nur wenn ich etwas brauche“, sagte sie. Mutter Petra Decker kommt regelmäßig: „Ich war seit fünf Jahren immer hier.“ Jetzt hat sie allerdings ein Fahrrad geschenkt bekommen, dafür begleitete sie nun die Tochter und den Enkel.

„Ich bin aus Spaß gekommen“, sagte Georg Pullmann, „aber ich könnte auch mal schauen, ob ich mein altes Rad wiedererkenne, das hat man mir im letzten Jahr geklaut.“ Pullmann ärgerte sich ein bisschen, dass er nicht zu Beginn zugeschlagen hat. „Am Anfang sind die Leute immer sehr zögerlich, da sind gute Räder für zehn Euro weggegangen.“ Chema Drezgaj hat mit Sicherheit an diesem Vormittag die meisten Räder ersteigert. Er will sie überholen und dann in seine Heimat, den Kosovo, mitnehmen. (bea)

...und zum Dritten, verkauft! - Reiz von Oldtimer-Auktionen

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