Nach weiteren Funden am Reinheimer Teich

Vogelgrippe zwingt Federvieh in den Stall

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Die Hühner von Bauer Klaus Mann dürfen zwar nicht ins Freie, aber etwas Sonne können sie im Wintergarten genießen.

Groß-Zimmern - Nach ersten Vorfällen am Reinheimer Teich wurden in der vergangenen Woche wieder zwei verendete Graugänse gefunden, die nachweislich an der Vogelgrippe erkrankt waren. Das hat auch Auswirkungen auf die Groß- Zimmerner Geflügelhalter und Züchter.

Sie dürfen ihre Tiere weiterhin nicht ins Freie lassen, sondern müssen sie geschützt im Stall halten. Während in vielen Kreisen Hessens die Stallpflicht für Geflügel aufgehoben worden ist, gilt sie im Landkreis Darmstadt-Dieburg weiterhin. Landwirt Thomas Schaffer vom Birkenhof in Klein-Zimmern hatte schon darauf gesetzt, dass das warme Wetter der vergangenen Tage dem Virus den Garaus machen könnte. Stattdessen hält er jetzt erneut einen Brief des Veterinäramtes in den Händen, in dem eine Verlängerung der Stallpflicht für weitere 21 Tage nach dem Fund verhängt wurde. Schaffer hofft trotzdem auf weiter milderes Wetter und darauf, dass die Vogelzüge, die am Reinheimer Teich Station machen, bald vorbei sind. Zwar haben sich seine Hühner nach 13 Wochen inzwischen daran gewöhnt, nur noch den Stall sowie den Wintergarten und nicht mehr das großzügige Freigelände nutzen zu können.

 „Aber sie brauchen aktuell auch mehr Futter“, sagt Schaffer. „Im Freiland finden sie doch den ein oder anderen Wurm oder Käfer.“ Also ist auch der Bio-Landwirt durch höhere Futterkosten finanziell betroffen, obwohl er die Eier weiterhin als Bioprodukte verkaufen kann. Genauso wie Schaffer hofft auch Bauer Klaus Mann, dass seine Tiere bald wieder ins Freie dürfen. Seine Gänse, die er auch über den Winter hält, weil so mancher Kunde gerne mal ein Gänse-Ei verspeist, haben zwar im Stall relativ viel Platz, wollen aber trotzdem raus.

Die ersten Kräuter sprießen, an denen die Gänse gerne zupfen würden. In Jahren ohne Vogelgrippe sind die Gänse den ganzen Winter über draußen. „Das sind sie gewohnt“, sagt Mann. Auch die Hühner sind bei ihm selbstverständlich im Stall, können jedoch ein wenig Frischluft im Wintergarten genießen. Dennoch bedauert Mann: „Jetzt haben wir so viel Platz und die Hinkel dürfen schon seit drei Monaten nicht mehr raus.“

Problematisch wird es für ihn, wenn die Stallpflicht noch länger anhalten sollte. Er musste schon Gänseküken bestellen, die dann ab Mai bei ihm aufwachsen und die Wiesen bevölkern. „Wenn die kleinen Gänse kommen, kann ich die auf Dauer unmöglich im Stall halten“, sagt Mann, „dafür habe ich überhaupt nicht den Platz“.

Außerdem zupfen selbst die kleinsten Küken schon gerne die zarten Grashalme. Auch seinen Hühnern wünscht Mann endlich wieder mehr Platz. Die Eier kann er allerdings immer noch zum Preis von freilaufenden Hühnern verkaufen, weil seine Stammkunden Verständnis für die Situation aufbringen. Aber gerade von seinen Kunden in der Frankfurter Kleinmarkthalle werde er immer wieder gefragt, ob die Hühner denn jetzt endlich wieder ins Freie dürften. Die Meisten reagieren enttäuscht auf die Antwort, dass die Tiere auch jetzt noch immer drin bleiben müssen. (bea)

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