Sandra und Tanja Ihring sind zusammen und zu Hause glücklich

Zwillingspaar mit Haus und Hunden

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Auf der Bank vor ihrem Haus sitzen die Zwillinge Tanja und Sandra Ihring mit ihren Havanesern Struppi und Timmy.

Groß-Zimmern - Dass Zwillinge meistens ein engeres Verhältnis haben als andere Geschwister, ist bekannt. Bei Sandra und Tanja Ihring (39) ist es aber sogar noch ein bisschen intensiver als bei anderen Zwillingspaaren. Von Julia Glaser 

Und weil sie damit sehr glücklich sind, ist ihr gemeinsames „Zwillingshaus“ ihr Platz in Zimmern.

In der linken Hälfte des hellblauen Doppelhauses in der Lebrechtstraße wohnt Tanja mit ihrer neunjährigen Tochter Ronja und ihrem Freund Sebastian. Direkt daneben lebt Sandra mit Ehemann Frank und den Söhnen Joshua (13) und Janis (6).

Beide Familien haben vor Kurzem tierischen Zuwachs bekommen, in Form von zwei neun Monate alten Havanesern, ebenfalls aus einem Wurf. Timmy lebt bei Sandra, Struppi bei Tanja.

„Die Leute haben uns schon gefragt, warum wir eigentlich nicht einfach eine Durchreiche zwischen die Wohnungen machen“, erzählt Sandra. Weil aber bei aller Liebe auch die Privatsphäre wichtig ist, käme das für die beiden nicht infrage. „Wir sind ja durch den Garten in gerade mal fünf Schritten nebenan, das reicht uns“, sagt Tanja.

Beide üben den Beruf der Kinderkrankenschwester aus

Vor elf Jahren sahen sich Sandra und Frank das Haus an. Zu diesem Zeitpunkt war nicht geplant, dass Tanja sich am Hauskauf beteiligen würde. Da sie an diesem Tag frei hatte, ging sie mit zum Besichtigungstermin. „Es hat sich dann herausgestellt, dass ich doch arbeiten musste. Da war ich sehr spät dran. Ich hatte vorher noch nie meinen Dienst verpasst. Vielleicht war das damals schon ein Zeichen, dass ich hier einziehe“, erinnert sie sich.

Sowohl Sandra als auch Tanja haben sich für den Beruf der Kinderkrankenschwester entschieden. In ihrer Freizeit sind sie in der katholischen Gemeinde sehr engagiert: In Groß-Zimmern singen sie bei den Kantorinnen, mit der Jugendband „Crescendo“ sind sie in Klein-Zimmern zu Hause. Vielen bekannt sind die Zwillinge auch über die Grenzen Zimmerns hinaus für ihre Auftritte bei der Pfarr- oder der Frauenfastnacht.

Selten Zeit für einen Kaffeeklatsch

Einen Zwilling ohne den anderen sieht man selten. Dadurch entsteht bei vielen Menschen der Eindruck, die beiden würden ihre gesamte Freizeit miteinander verbringen. „Manchmal wundern sich die Leute dann, wenn ich etwas nicht weiß, was sie Tanja erzählt haben“, sagt Sandra. „Wir sehen uns zwar jeden Tag, aber wir besprechen meistens nur das Nötigste: Essen, Kinder, Hunde“, erklärt sie.

In den beiden Wohnungen ist immer etwas los, Zeit für einen entspannten Kaffeeklatsch gibt es selten.

„Unser Ruhepunkt ist der Espresso nach dem Mittagessen. Da gönnen wir uns fünf bis zehn Minuten für uns“, erzählen sie übereinstimmend. Ob eine von beiden es sich vorstellen könnte, woanders zu leben? „Ich bin in Groß-Zimmern geboren und werde hier auch sterben“, sagt Tanja. „Woanders wäre ich nicht glücklich geworden.“

Ihre Schwester Sandra hätte sich vorstellen können, einmal umzuziehen: „Aber auch nicht weit, vielleicht bis nach Münster“. Aber aktuell kommt ein Umzug für keine von beiden in Frage. „Das Zusammenleben erleichtert natürlich vieles. Wir können uns gegenseitig Arbeit abnehmen und uns unterstützen“, sagt Sandra.

Selbstverständlich geht auch ein Zwilling dem anderen ab und zu auf die Nerven – bei so viel Nähe ist das unvermeidbar. „Dann fliegen hier auch schon mal die Türen“, erzählt Tanja schmunzelnd.

Bisher hat man sich im „Zwillingshaus“ aber zum Glück auch immer wieder schnell vertragen.

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