Groß-Zimmerner Sammler treffen sich zum ersten Mal

Schrauben als Hobby

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Eine wunderbare Gelegenheit, den alten Traktor auszuführen, ist der Kerbumzug, hier in Klein-Zimmern, wo Joachim Köbel den Abschluss mit der Kerbkrone bildet.

Groß-Zimmern - Sie schrauben für ihr Leben gern, aber ebenso gerne sitzen sie auf ihren alten Traktoren. Etliche Zeitgenossen gibt es in Groß-Zimmern, auf die diese Beschreibung zutrifft. Nun haben sie sich zu einem ersten Treffen zusammengefunden. Von Ulrike Bernauer

Die Idee hatten Joachim Köbel und Volker Rockel. Letzterer machte Nägel mit Köpfen und lud Traktorfans in die Athletenhalle ein.

Etwa 15 Herren kamen, einige weitere meldeten Interesse an und wollen beim nächsten Mal dabei sein. Nicht nur ältere Jahrgänge waren gekommen, auch wenn sie in der Überzahl waren. Der 30-jährige Christian Meyer stammt ursprünglich aus Klein-, wohnt inzwischen aber in Groß-Zimmern. Im Juli hat er sich einen Traktor zugelegt. Der ist Baujahr 1953 und damit doppelt so alt wie Meyer selbst. Gefahren sei er damit bis jetzt nur vom Hänger bis in die Garage. „Ich brauche etwas zum Schrauben“, sagte der Maschinenschlosser und zeigte ein Foto vom jetzigen Zustand seines Massey-Ferguson-Traktors, auf dem nur noch ein Gerippe zu sehen ist. „Ich bin dabei, den Traktor völlig zu zerlegen.“

Sachkundig betrachtete Rockel das Bild. Für ihn ist der Zustand des alten Gefährts offensichtlich normal. „Wir wollen nicht nur mit unseren Traktoren Ausflüge machen, sondern es geht auch um Tipps und Tricks bei Reparaturen“, so Rockel. Man könnte sich zum Beispiel darüber austauschen, wo man gute Ersatzteile herbekommt. Das Schrauben übernehmen die Herren nicht nur gerne, es ist auch häufig notwendig. Besonders, wenn man ein Gefährt gerade erst erworben hat.

Ralf Oeswein war an diesem Abend als Einziger mit dem Traktor zum Treffen gekommen. „Es ist die Abschiedsfahrt mit meinem 35-PS-MAN. Der ist schon verkauft, morgen geht er an einen Liebhaber hier in der Gegend. Ich habe mir einen Unimog gekauft und immer, wenn ich etwas kaufe, muss ich dafür etwas anderes abgeben. Darauf besteht meine Frau.“ Die Frauen der Sammler sind offensichtlich mitunter nicht so ganz begeistert vom Hobby ihrer Männer, ist es doch nicht nur zeitraubend, sondern nimmt auch viel Platz ein.

Zum Arbeiten werde die Traktoren eher selten verwendet. Einige der anwesenden Herren holen damit gelegentlich Holz aus dem Wald. In der Landwirtschaft ist aber keiner von ihnen tätig. „Es ist unglaublich, aber hier ist kein Bauer dabei“, vermerkte staunend Jens Haas, der zufällig in der Gastwirtschaft der Athletenhalle vorbeikam.

Die meisten Männer, die sich in der Athletenhalle versammelt haben, besitzen die alten Traktoren aus Liebhaberei und Nostalgie. „Da klappert und rappelt was und man kann hören, was kaputt ist. Das ist kein Computer“, so die Begründung eines Liebhabers von alten Traktoren. Aus diesem Grund wollen die meisten beim Fahren auch keine Ohrenschützer aufsetzen, obwohl manches der alten Gefährte recht laut ist. Einmal im Monat wollen sie sich künftig treffen, über weitere Gleichgesinnte würden sie sich freuen. „Die dürfen auch ruhig aus anderen Ortschaften kommen“, sagte Rockel.

‹ Beim nächsten Treffen am Mittwoch, 27. November, um 19 Uhr in der Athletenhalle will sich die Gruppe einen Namen geben. Interessierte sind willkommen.

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