Große Nachfrage jetzt auch für ganztags

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Konzentriert basteln die Mädchen im Wichernweg. Jedes zweite kommt aus einer Familie mit Migrationshintergrund (oben).

Groß-Zimmern - Derzeit laufen im Wichernweg die Anmeldungen für das Kindergartenjahr 2013/14. Seit Dezember 2000 regelt Nicole Schild (42) die zentrale Platzvergabe für die vier gemeindeeigenen und zwei kirchlichen Einrichtungen.

Die Leiterin der Kita Wichernweg weist darauf hin, dass vorerst nur ungefähre Zahlen genannt werden können. Im Kindergarten Hörnertweg ist die bisher einzige U3-Gruppe mit 12 Kindern voll. „Es ist nicht leicht, die Lücke nach dem dritten Geburtstag des Kindes zu schließen; dann entfällt der Rechtsanspruch für einen Krippenplatz, ein Kita-Platz ist zu diesem Zeitpunkt aber vielleicht nicht gleich vorhanden“, gibt Schild zu bedenken. Bei den über-Dreijährigen (Ü3) wären sechs Plätze zu vergeben. Da die U3-Kinder hier jedoch übergangslos mit dem dritten Geburtstag in den Kreis der Älteren nachrücken, ist die viergruppige Kita ausgebucht - obwohl im August 20 Erstklässer entlassen werden.

„Die U 3-Plätze sind besonders gefragt“, berichtet die Erzieherin. Und das, obwohl der Elternbeitrag mit knapp 200 Euro (bis mittags) und rund 370 Euro für einen Tagesstättenplatz nicht gerade niedrig sind. Sie hatte schon Anrufe von Schwangeren, die ihr Kind mit dem voraussichtlichen Geburtstermin für die Warteliste melden wollten. „Das geht jedoch frühestens, wenn das Kind auf der Welt ist. Wir gehen zwar nach dem Stichtag, dem 15. März, aber die Plätze werden nach dem Alter der Kinder vergeben. Die Älteren kommen zuerst.“

Gespräche bis Ende des Sommers

Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) als Betreiber der im Bau befindlichen Kita am Festplatz ist mit im Betreuungsangebot. Bis August sind 13 Kinder mit Anspruch angemeldet, danach folgen bis zum Jahresende weitere 13. „Wenn die Awo im Herbst starten würde, könnten zwei Gruppen beginnen. „Ende des Sommers werden wir Gespräche führen und für Oktober ist ein Elternabend geplant“, so Schild. Sie hofft, dass es auf dem Festplatz Mitte April 2014 mit zwei oder sogar drei U 3-Gruppen und einer Ü 3-Gruppe losgehen kann. Geplante Öffnungszeiten sind von 7 bis 17 oder von 7.15 bis 13 Uhr.

Für Ü 3-Kinder gibt es noch wenige Plätze in der Klein-Zimmerner Blumenstraße (drei Gruppen, höchstens 75 Kinder). Hier werden dem Bedarf entsprechend die zehn Tagesstättenplätze auf 20 verdoppelt, von denen sind jedoch bereits 15 vergeben. „Da wir in allen Einrichtungen Integrationskinder mit unterschiedlicher Sonderbetreuung haben, variieren auch die Platzzahlen“, erläutert Schild. Im Nordring (drei Gruppen) sind ab dem Sommer noch sieben Kindergarten- und zwei Kitaplätze frei. Der hier angegliederte Waldkindergarten bietet noch sechs Kindern Platz. Die beiden konfessionellen Kindergärten sind ausgebucht.

Zweimal die Woche wird Deutschförderung angeboten

Im Wichernweg (vier Gruppen) können noch vier Kinder vormittags und zwei in der Betreuung bis 15.30 Uhr angemeldet werden.

„Bei uns und bei der Awo sind zum Glück alle Stellen mit Fachpersonal besetzt“, berichtet die Kita-Leiterin zufrieden. Im größten Kindergarten der Gemeinde, in dem jedes zweite Kind nicht mit Deutsch als Muttersprache aufwächst, ist auch die Integrationsstelle (20 Wochenstunden) besetzt und zweimal die Woche wird Deutschförderung für je acht Kinder weiter angeboten. „Zwei unserer Erzieherinnen sprechen auch türkisch. Das hilft auch in der Eltern- und der HIntergrundarbeit weiter“, erzählt Schild. Kinder mit elf verschiedenen Nationalitäten sind dabei, neben russischen, türkischen und kurdischen sind aktuell an vierter Stelle acht griechische Kinder angemeldet. „Wir hoffen, dass sich die Mischung mit der neuen Kita auch etwas ändert“, sagt Schild. Derzeit wird sie oft von Neubürgern angerufen. Als Mutter eines siebenjährigen Sohnes beantwortet sie kompetent auch Fragen zu den Schulen, nur wenn es um die Betreuung von U3-Kindern geht, muss sie auf den Kinderladen, private Tagesmütter wie „Flitzefloh“ oder sogar auf das kommende Jahr vertrösten.

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