Albert-Schweitzer-Schule

Großer Run auf G9-Klassen

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Die frauendominierte Schulband kam sehr gut an.

Groß-Zimmern - Am Tag der offenen Tür an der Albert-Schweitzer-Schule (ASS) nutzten viele die Gelegenheit, sich ein Bild von der Zimmerner Gesamtschule zu machen. Von Ulrike Bernauer

Lehrer Klaus Krimm freut sich, der Versuchssaal ist am Samstagvormittag voll besetzt mit Neugierigen, und alle sind aus Interesse gekommen. Neben vielen Schülern sitzen auch etliche Erwachsene in den Bankreihen, die wie in einem Vorlesungssaal aufsteigend angeordnet sind. Sie warten gespannt auf die drei Versuche, die der Chemielehrer vorführen wird. Besonders die Schüler rücken ein-, zwei- und fünf-Cent-Stücke heraus, die nun versilbert oder vergoldet werden. Auch die Erklärung von Krimm, dass die Münzen danach nur einen Überzug haben, der wie Edelmetall aussieht, aber keines ist, hindert sie nicht, ihr Geld verschönern zu lassen. Noch mehr gespannt sind alle auf den Knallgasversuch, bei dem es ordentlich rummst. Glücklicherweise sind alle an dem Ratschlag des Chemielehrers gefolgt und haben sich mit den Händen die Ohren zugehalten.

Informationsveranstaltung

Wo gehört wohl die Leber hin? Dieser Frage gehen die drei Jungen ganz praktisch am Modell nach.

Neben Eltern, die die ASS schon kennen, sind auch viele neue gekommen, die ihre Sprösslinge eventuell in der Gesamtschule anmelden wollen. Gut eine Woche vorher hatte eine Informationsveranstaltung für die Eltern von Viertklässlern der Grundschule stattgefunden, jetzt sind die potenziellen Neuen neugierig, wie sich die ASS in der Praxis präsentieren wird.

Im Schulgebäude befinden sich nicht nur Eltern aus Groß- und Klein-Zimmern, sondern genauso wie beim Infoabend auch viele Auswärtige. Britta und Thorsten Eidmann sind beispielsweise aus Semd gekommen. Sie kennen allerdings die ASS, weil sie früher selbst hier Schüler waren. Entscheidend für die Überlegung, ihren Sohn Tim in Groß-Zimmern einzuschulen, ist die Tatsache, dass das Gymnasium hier in neun Jahren (G9) zum Abitur führt. Dabei lassen sich die Semder Eltern auch nicht davon beirren, dass die Busverbindung schlecht ist. „Wir sind ein ganzer Pulk von Eltern aus der Nachbarschaft und könnten den Fahrdienst gemeinsam organisieren“, erklärt Britta Eidmann.

G9 ist entscheidend

Frank Jährling, ebenfalls aus Semd, hat seinen Sohn Rafael bereits in Groß-Zimmern eingeschult. „Die Empfehlung der Lehrer lautete damals, Förderstufe, weil er das Potenzial zum Gymnasium hätte“, erklärt Jährling und die Empfehlung hat sich bestätigt. Rafael ist mittlerweile in einer Gymnasialklasse. Zum dritten Mal besucht Vater Jährling nun den Tag der offenen Tür. „Die ASS ist eine sehr gute Schule, wir sind sehr zufrieden.“

Uwe Daum kommt aus Dieburg. Auch für ihn ist G9 entscheidend. „Wenn es das an der Marienschule gäbe, dann würden wir unseren Sohn wohl dort anmelden.“ Auch Daum hat vom Infoabend und dem Besuch in der Schule ein sehr positives Bild gewonnen. Die vielen Baustellen, an der ASS wird derzeit kräftig umgebaut, können ihn nicht schrecken. „Die sind temporär und ein Indiz dafür, dass die Schule bestimmt sehr schön wird, wie beispielsweise der Neubau der Mensa zeigt.“

Flugversuche mit einem Tischtennisball.

Während in den Unterrichtsräumen Gespräche zwischen Lehrern und Eltern stattfinden oder in anderen Räumen auch Unterrichtssituationen gezeigt werden - im Physiksaal finden Versuche zum Thema Fliegen statt - tobt in der Turnhalle das Leben. Auf der Bühne begeistern die beiden Schulbands ihr Publikum, eine ausgestattet mit vielen Instrumenten, eine weitere hat vier Sängerinnen und als Begleitung nur eine akustische Gitarre.

Im hinteren Bereich vergnügen sich Kinder mit der „bewegten Pause“. Die muss Lehrerin Margret Diederich den Eltern erklären. „In der großen Pause haben die Schüler die Möglichkeit, sich Bälle, Schläger oder Bänder auszuleihen, damit sie sich richtig bewegen können. Da wir das auf Vertrauensbasis handhaben und keine Namen aufschreiben, können sich die Kinder gut eine Viertelstunde austoben.“

In der Pausenhalle kann man Bücher erstehen, für einen guten Zweck, und die Klasse G6d (G steht für Gymnasialzweig) veranstaltet einen Flohmarkt. Der Erlös wandert nicht in die Klassenkasse, sondern kommt dem Projekt „Nuo Saint Mark village“ in Äthiopien zugute. Dort werden Häuser für Aidskranke Frauen und ihre Kinder gebaut. Einige Meter weiter präsentiert sich der Schulsanitätsdienst. Hier können Jugendliche an einer Puppe ihr Wissen über die Lage der Organe im menschlichen Körper erproben oder versuchsweise Verbände anlegen. So ist an diesem Tag der offenen Tür für jeden etwas dabei.

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