Teilnehmer vom Hobbygärtner bis zur Studentin der Agrarwissenschaften

Großes Interesse an Obstbäumen

Eine große Gruppe hat sich eingefunden und beobachtet, wie Gärtnermeister Manfred Amann mit Schere und Säge zur Tat schreitet.   J Fotos (2): Bernauer

Klein-Zimmern - Solch eine große Gruppe konnte der Naturschutzbund (NABU) Groß-Zimmern wohl selten zu einem Obstbaumschnittkurs begrüßen. Rund 40 Interessenten hatten sich am vergangenen Samstagnachmittag auf der Streuobstwiese von Ralf Oesswein in Klein-Zimmern eingefunden. Von Ulrike Bernauer

Sachkundig leitete Baumschulgärtnermeister Manfred Amann den Schnittkurs.

Peter Döring aus Eppertshausen ist gekommen, um sich zu erkundigen, wie man einen Baum schneidet. „Ich habe zwar nur einen Apfelbaum im Garten, einen roten Boskop. Mein Vater war Gärtner und hat den immer geschnitten, aber ich habe nichts davon mit bekommen. Ich habe das zufällig in der Zeitung gelesen und hoffe jetzt, hier etwas zu lernen.“ So ganz sicher war sich der Eppertshäuser aber noch nicht. „Man kann wohl viel raus schneiden, aber das System ist mir noch nicht so ganz klar geworden. Bis jetzt habe ich den Baum immer selbst geschnitten, aber meistens hat er dann doch nicht richtig getragen.“

Während Amann zusammen mit Oesswein Hand an Säge und Schere legte, die beiden arbeiteten an diesem Nachmittag öfter im Team, fachsimpelten andere so ganz nebenbei.

Neben vielen Hobbygärtnern, die sich das erste Mal am Bäumeschneiden versuchen wollen, waren auch einige alte Hasen dabei. Heinz Held beispielsweise schneidet seine Bäume immer selbst und ließ sich an diesem Nachmittag bestätigen, dass er in der Vergangenheit wohl das Allermeiste richtig gemacht hat. Er unterhielt sich, während er Amann und Oesswein beim Arbeiten beobachtete, mit einem anderen Zimmerner über das Thema Spritzen von Obstbäumen.

Jörg Hamisch aus Georgenhausen hatte ebenfalls im LA vom Termin erfahren. „Ich habe heute noch nicht viel Neues gelernt, dafür weiß ich nun, dass ich meine Bäume bis jetzt richtig geschnitten habe. Außerdem ist das Wetter heute endlich mal schön, da macht es Spaß draußen zu sein.“

Amann gibt neben dem Anschauungsunterricht zum Schneiden auch andere Tipps. So sollte man beispielsweise die Schnittstellen, wenn sie größer als ein Zwei-Euro-Stück sind, mit einem Baumwachs verstreichen. „Dann trocknet die Wundstelle nicht so aus und es kann sich besser Kallus, ein Gewebe, das die Wunde verschließt, bilden. Schneiden kann man eigentlich immer, aber im Frühjahr schneide ich den Baum zurück“, so Amann.

Im Sommer hingegen könne man ganze Äste herausschneiden, die im Weg sind. Im Frühjahr jedoch werde der Baum nicht zuletzt durch das Schneiden auch zum Treiben angeregt.

Bianca Allmann kommt aus Babenhausen und interessierte sich ausbildungsbedingt für den Schnittkurs. „Ich studiere Agrarwissenschaften und da kann man ja auch in diese Richtung gehen. Ich möchte mir das angucken und schauen, ob es was für mich ist.“

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