„Grüne Neune“ zum Auslöffeln

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Die ganz einfachen Kräuter auf der Wiese zeigt Biologin Claudia Warwel. Viele sind essbar oder haben heilsame Wirkungen.

Groß-Zimmern (bea) ‐ Die Gemüsesuppe findet ein geteiltes Echo, aber die Kräuterquiche schmeckt mit jedem Bissen besser, findet Johannes Blank, und die Kräuterbutter mundet allen Teilnehmer vorzüglich. Bei der Kräuterwanderung der Kolpingfamilie am Freitagnachmittag kommt das Vergnügen vor der Arbeit.

Die jüngst an der Waldschule gebaute Kräuterspirale dient als prima Anschauungsobjekt. Viele Küchen- und Heilkräuter kann Biologin Claudia Warwel hier zeigen und ihre Wirkung und Verwendungsweise erklären.

Vor dem Sammeln der Pflanzen auf der Wiese und im Wald kredenzt Biologin Claudia Warwel den Teilnehmern erst einmal Gerichte mit Wildkräutern.  Etwas skeptisch betrachten vor allen Dingen die Herren die Tafel an der Waldschule und es gibt anfänglich scherzhafte Äußerungen. Fragen nach dem nicht vorhandenen Fleisch tauchen auf und so mancher schaut irritiert drein, als er Zutatenliste der Suppe „Grüne Neune“ kennenlernt. Da sind gemeinhin als Unkraut benannte Pflanzen wie Brennnessel, Giersch und Löwenzahn drin, bekannter ist den Herren die Kartoffel. „Die macht die Suppe sämig“, erklärt Köchin Warwel. Nach dem Einstiegs-essen begibt sich die Gruppe zunächst auf das Freigelände der Waldschule. An der vor gerade mal zwei Wochen erbauten Kräuterspirale gibt es Nachhilfe in Punkto Gewürz- und Heilkräuter, wobei die Damen deutlich mehr Kenntnisse mitbringen als die Herren. Schließlich verwenden sie das eine oder andere Kraut, wie Thymian oder Bohnenkraut, selbst in der Küche. Das man Indianernessel meist als Zierstaude verwendet oder Schlüsselblumen auch essen kann, ist wohl allen neu.

Mutige kosten die Pflanzen auch mal

Im ungemähten Bereich der Wiese gibt es dann noch weitere essbare Pflanzen zu sehen und zu probieren. Der Gundermann ist dabei, aber auch die Vogelmiere, die als Salatersatz verwendet werden kann. Mutige kosten die Pflanzen auch einmal, wobei die Vogelmiere den meisten gut mundet. Eine Teilnehmerin sammelt das eine oder andere Kräutlein. „Das will ich den Jungen mitnehmen, damit die mal sehen können, was wir so alles gegessen haben“, sagt sie.

Warwel warnt allerdings auch vor bestimmten Pflanzen. Den Hahnenfuß, gemeinhin als Unkraut tituliert, der nach dem Löwenzahn die Wiesen gelb färbt, sollte man auf keinen Fall essen, denn der ist leicht giftig. Und die Sammelplätze für Wildkräuter, die im Kochtopf landen sollen, sollte sich der Sammler auch gut aussuchen. Im Wald direkt um die Waldschule würde Warwel keine Sammlung empfehlen. „Hier sind viel zu viele Hunde, die die Erde und die Pflanzen düngen“, meint die Biologin.

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