Wärme und intensive Sonne locken Pflanzen früh ans Licht

Grüner Spargel schmeckt intensiver

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Klein-Zimmern (ula) ‐ Spargelfreunde dürfen bereits frohlocken. Wegen der warmen Witterung zeigen sich auch schon die ersten grünen Spargelspitzen unter der Plane auf dem Spargelfeld bei Landwirt Thomas Schaffer, die Erntesaison ist eröffnet.

Seit 2000 baut der Landwirt auf dem Birkenhof fünf Hektar Grünspargel an. Das edle Gemüse habe gegenüber dem weißen Vetter viele Vorteile, erklärt Schaffer. „Es schmeckt um einiges intensiver und muss nicht geschält werden.“ Mit 18 Kilokalorien (75 kj) pro 100 Gramm sowie vielen Vitaminen und Mineralstoffen ist das wohlschmeckende Gemüse außerdem ein Muss für alle ernährungsbewussten Verbraucher.

Weniger populär ist die aufwändige Pflege des Gemüses und die Rückenstrapazierende Ernte. Auch hier punktet der „Grüne“ gegenüber dem weißen Spargel: Da das Gemüse „oberirdisch“ geerntet wird, ist die 20 bis 25 Zentimeter lange Stange schneller geschnitten. Für die Erntezeit setzt der Familienbetrieb auf polnische und rumänische Helfer. „Die machen das sehr gut“, lobt Schaffer die Arbeit seiner rund 30 Angestellten, die teilweise seit Jahren immer wieder kommen und so zu Freunden wurden. Weniger erfolgreich war die Zusammenarbeit mit deutschen Erntehelfern, die aufgrund gesetzlicher Vorgaben ein Ernteteam mit rund 15 Prozent der Arbeitskräfte ergänzen mussten. „Einige kamen gar nicht erst zur Arbeit, andere gingen nach drei Tagen. Ihnen war das Spargelstechen zu anstrengend.“

Die Regierung hat inzwischen einen Rückzieher gemacht und Spargelbauern setzten zu 100 Prozent auf ihre bewährten Helfer aus dem Osten. Nach Klein-Zimmern fanden die Erntehelfer zunächst durch den Erdbeeranbau. Der vom Urgroßvater Thomas Schaffners gegründete Birkenhof hatte zunächst auf Schweinezucht gesetzt. Seit 1994 haben Erdbeeren die Viehzucht abgelöst.

Ein Saisongeschäft für rund sechs Wochen, das ohne die polnischen Helfer nicht zu stemmen wäre. Weil den Arbeitern nachmittags langweilig war, pflanzte der Juniorchef Spargel an.

Bis zum 24. Juni wird das königliche Gemüse nun geerntet – dann pausiert die Pflanze und erholt sich bis zum kommenden Jahr.

Den Genuss von Grünspargel liebten bereits die alten Römer. Der historische Staatsmann und Feldherr Cato (um 150 vor Christus) dokumentierte in seinem Botanikerbuch „De agri cultura“ detailliert die Spargelkultivierung. Bereits zuvor wurde Wildspargel wegen seines Geschmacks, aber auch als Heilpflanze geschätzt.

Auf dem Birkenhof hält man es durchaus mit der Anbauweise der alten Römer. Hier wird Schrittweise auf den Einsatz von Chemikalien verzichtet. Noch hat der Grünspargel nicht ganz den Status „Bio“ erreicht, doch bereits jetzt verzichtet Schaffner weitgehend auf den Einsatz chemischer Dünge- und Unkrautvernichtungsmittel. Im kleinen Hofladen gibt es bereits zahlreiche Produkte, die aus biologischem Anbau stammen. „Die Leute leben bewusster“, sagt Thomas Schaffer. „Nach den vielen Skandalen will man einfach wissen, was man auf seinem Teller hat.“ Zur sukzessiven Umrüstung des Birkenhofs in einen Biobetrieb gehört daher auch ein Hühnerstall: Im Biolegehennenstall soll dann ans Federvieh nur noch hochwertiges Futter aus eigenem Anbau verfüttert werden.

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