Doch kein Seniorenheim an der Alten Ziegelei

Gulideckel auf Straßenhöhe

Ohne das „Z“ weist die denkmalgschlützte Fassade jetzt auf die „Odenwälder iegelwerke“ hin.

Groß-Zimmern (guf) - „Das Projekt geht lebhaft weiter, die Vermarktung läuft noch besser als erhofft. Fast alle Grundstücke sind verkauft und demnächst beginnen die Hochbauarbeiten.

“ Begeistert berichtete Ingenieur Michael Schweiger am Montag im Planungs- und Umweltausschuss von der Erschließung der „Alten Ziegelei“. Die war ein weiteres Mal Thema in dem Gremium, weil eine Änderung des Bebauungsplans erforderlich wurde.

Zum einen wird aktuell vom Amt für Straßen- und Verkehrswesen in Darmstadt (ASV) aus Gründen der Verkehrssicherheit, aber auch zur Steigerung der Attraktivität eine Radwegeführung abgerückt von der Landesstraße bevorzugt. Demnach soll der Radweg um fünf Meter verschoben durch das Plangebiet der Alten Ziegelei führen, wodurch wiederum eine Änderung des Bebauungsplanes notwendig wird. Die Babenhäuser Grundstückseigentümer Harald und Christian Früchtenicht haben sich mit dem ASV über die grundsätzlichen Modalitäten zur Abtretung der benötigten Grundstücksflächen geeinigt. Das ASV reduziert im Gegenzug die Bauverbotszone entlang der Landesstraße auf eine Breite von 15 Metern.

Bei den Abrissarbeiten der Schornsteine und der ehemaligen Fabrikgebäude wurden Bodenverunreinigungen festgestellt. Um jedes Risiko der Beeinträchtigung späterer Bewohner durch eventuell nicht festgestellte Belastungen des Untergrundes auszuschließen, hat das Regierungspräsidium Darmstadt gefordert, das Gelände mit unbelastetem Boden aufzufüllen, was zu einer Anhebung der Straßen über das aktuelle Geländeniveau führt. Da man im Bebauungsplan zuvor von der Beibehaltung der Bestandshöhe ausgegangen war, wurden hierzu keine Regelungen getroffen. „Im Plan sollten jetzt die Straßen- und Geländehöhen entprechend der Abstimmung mit der Bodenschutzbehörde festgesetzt werden“, so Schweiger.

Ein weiteres Novum im Plan sei die Tatsache, dass sich bisher kein Investor für den Bau eines Altenheims gefunden habe. „Für solche Projekte wählt man bevorzugt innerörtliche Lage, was sich in Groß-Zimmern auch beim Römerhaus-Vorhaben am ehemaligen Aldimarkt zeigt“, beschrieb Schweiger. Aus diesem Grund habe man entschieden, auf den drei 800 Quadratmeter großen Grundstücken im Norden Mehrfamilienhäuser zu errichten. Das Haus ganz am Rand solle drei-, alle anderen nur zweigeschossig werden.

Eine Änderung, mit der die Grünen schon gerechnet hatten. Sie hatten von Anfang an Zweifel an dem Vorhaben für den Bau eines Seniorenheims geäußert. Gemeinsam mit den SPD-Mitgliedern im Ausschuss enthielten sie sich bei der Abstimmung über die Änderungen des Bebauungsplanes, die mehrheitlich befürwortet wurden.

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