Zuchtschau beim Schäferhundeverein-Mitte mit hervorragenden Vierbeinern

Gute Haltung, auch der Hunde

Wenn es in hohem Tempo rund um den Hundeplatz geht, kommen Führer und Hunde ordentlich ins Schwitzen.   J Fotos (3): Bernauer

Groß-Zimmern - Es sind mit 54 gemeldeten Hunden zwar weniger Schäferhunde und Züchter am Sonntag zur Zuchtschau nach Groß-Zimmern gekommen wie sonst üblich, dafür war Helga Sachs, Vorsitzende des Groß-Zimmerner Schäferhundevereins Mitte, mit der Qualität der Tiere hoch zufrieden. Von Ulrike Bernauer

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„Sehen Sie sich diesen Rüden an“, sagt sie und zeigt auf den Sieger der Junghundeklasse Rüden, Tim von Fidelius. Der ist ein prächtiges Tier und wird von Preisrichter Harald Hohmann in höchsten Tönen gelobt.

Tim von Fidelius hat sich gegen sieben andere Rüden durchgesetzt. Dennoch ist Züchter Armin Braunwarth aus Mertingen bei Augsburg nicht ganz zufrieden. „Er hätte sich phasenweise noch ein bisschen besser präsentieren können“, sagt der Halter, will aber nicht genau verraten, was ihn gestört hat. Braunwarth züchtet schon seit seinem 15. Lebensjahr, „weil es mir Spaß macht.“ Er verkauft zwar ab und zu auch Hunde, „aber der finanzielle Aspekt ist für uns uninteressant. Für mich ist es ist ein Hobby“. Natürlich gibt er auch Hunde ab,

schließlich

hat er meist

zwei Zuchthündinnen. Aber sein Hauptaugenmerk liegt darauf, dass die jungen Hunde in gute Hände

kommen. Auf die Frage, ob das nicht ein teures Hobby sei, das er und seine Familie pflegen, antwortet der Züchter: „Wir sind viel unterwegs. Andere Leute machen Fallschirmspringen, wir züchten Hunde und möchten das Hobby nicht missen. Da wird man regelrecht süchtig.“ Nach Groß-Zimmern ist er gekommen, weil er vor der Weltschau in Kassel seinen Hund für Zuchtschauen noch ein wenig fit machen will.

Aus ganz Deutschland sind Züchter gekommen, aber auch aus dem Ausland. Bei einem Hund mit Namen „Jude di casa Ines“ hat es mit der Meldung nicht geklappt. Hier ist der Besitzer sogar aus Italien angereist. Preisrichter Zygadto lässt den Jungrüden also erst einmal außer Konkurrenz mitlaufen und gibt dem Besitzer dann ein persönliches Feedback, damit er nicht ganz umsonst die weite Strecke zurück gelegt hat.

In die Wertung kann er den Hund jedoch nicht aufnehmen, die Meldung muss nicht nur ordnungsgemäß beim Schäferhundeverein in Groß-Zimmern eingegangen sein, sondern auch vom Gesamtverein in Augsburg bestätigt werden.

In der Zwischenzeit sind schon andere Hunde auf dem Platz und werden von den beiden Preisrichtern Harald Hohmann und Karl-Heinz Zygadto auf Herz und Nieren geprüft. Gemessen wird das Stockmaß, also der Übergang zwischen Hals und Rücken, um die Größe zu bestimmen. Ein genauer Blick aufs Gebiss gehört auch dazu, und bei Rüden noch ein Griff nach den Hoden.

Danach beurteilen die Preisrichter die Gangart des Hundes, wobei das Tier mehrmals um den Platz herumgeführt wird. Damit der Hund eine gute Spannung hat, läuft nicht nur der Führer mit dem Tier um den Platz, sondern außerhalb der Begrenzung ein weiterer Begleiter, den der Hund gut kennt. Er feuert den Hund an, sei es mit bestimmten Lauten oder auch mal mit einem Quietschtier, dem Lieblingsspielzeug des Hundes.

Das führt zu einem erheblichen Lärm, wenn am Schluss der Begutachtungsrunde alle Tiere auf einmal hintereinander um den Platz laufen. Weil dann alle Besitzer lautstark dafür sorgen, dass ihr Hund möglichst aufmerksam ist. So kommen an diesem heißen Sonntag nicht nur die Hunde ordentlich ins Schwitzen, sondern auch die Halter und die Führer. Es ist nur konsequent, dass den Vierbeinern gegen Mittag auch während der Prüfung immer mal wieder Wasser gereicht wird.

Um den Platz, wo die Zuchtschau stattfindet, hat sich eine ordentliche Menge an Zuschauern eingefunden. Das sind zum Teil die Halter, die noch auf die Prüfung ihres Hundes warten, wie auch einfach Hundeliebhaber wie die Zimmerner Schäferhundehalterin Ellen Daum, die sich immer freut, wenn sie sich schöne Hunde anschauen kann. Dazu hat sie an diesem Schautag eigentlich genug Gelegenheit, andererseits aber kaum Zeit, weil sie und die anderen Mitglieder des Zimmerner Vereins bei der Organisation der Zuchtschau eingespannt ist.

Andrea Gansen aus Todenroth im Rhein-Hunsrückkreis hat hingegen genug Zeit.

Sie wartet darauf, dass ihre Hündin geprüft wird und schaut sich derweil erst mal die anderen Tiere an. Die Züchterin kommt gerne nach Groß-Zimmern. „Der Platz ist angenehm“, sagt sie. Sie hofft auf einen guten Platz für ihre Langstockhaarhündin. „Bis jetzt hat sie immer gut abgeschnitten, aber es kommt eben auch immer ein wenig auf die Tagesform an.“

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