Bürger engagieren sich in der Projektwerkstatt / Viele wollen nicht nur klagen, sondern etwas unternehmen

Gute Ideen etwas zu verbessern

Wo einmal Müll liegt kommt schnell neuer hinzu. Das ist besonders dort ein Problem, wo bereits viele Container stehen und zahlreiche Anwohner ihre gelben Säcke , Papiertonnen nebst Pappkartons oder auch Sperrmüll auf die Straße stellen. Wie sich an dieser Situation etwas ändern lässt, beraten Groß-Zimmerner beim Bürgertisch. Foto: Friedrich

Groß-Zimmern (ula) - Die Klagen über Hundekot, wilde Müllablagerungen und achtlos weg geworfene Dinge, die das Ortsbild verschandeln, sind allgegenwärtig.

Eine Gruppe engagierter Bürger erarbeitete unter Fittiche der Projektwerkstatt ein Konzept, um die Sauberkeit in Groß-Zimmern zu verbessern. Das ausgearbeitete Papier ist eine kompakte Bestandsanalyse, beleuchtet vorhandene Aktivitäten und bündelt Aktionen, wie die Sauberkeit in der Gemeinde verbessert werden könnte. „Das Zentrum der Kampagne ist, viele Bürger mobil zu machen“, brachte Tobias Lauer von der Projektwerkstatt die Bestrebungen auf den Punkt.

Klar sei jedoch auch: Ohne das Mitwirken der Gemeindeverwaltung funktioniere die Kampagne nicht. „Wichtig wäre es, eine Steuerungsgruppe mit Bürgern und Verwaltungsmitarbeitern zu schaffen, sowie eine Geschäftsstelle, die nur in der Verwaltung ansässig sein kann“, so Lauer zu. Befremdet registrierten die Aktiven des Bürgertisches, dass weder Bürgermeister Achim Grimm noch Mitarbeiter der Verwaltung der Einladung gefolgt waren.

Da das abgestimmte Konzept nun an den Gemeindevorstand eingereicht wird, sind die Kommunalpolitiker aufgerufen, sich mit der Aktion „sauberes Zimmern“ auseinander zu setzen.

Viele handfeste Vorschläge, von der härteren Bestrafung von Müllsündern über gemeinsame Sammelaktionen, Helferfeste bis zu Umwelterziehung finden sich in dem neuen Konzept. Elementar für den Erfolg des ganzen sei, alles auf eine breite (Bürger-) Basis zu stellen und das Thema stetig in die Öffentlichkeit zu bringen.

Geplant ist zunächst, ein Logo sowie ein positives Motto zu entwickeln. „Wenn der Gemeindevorstand für das Konzept grünes Licht gibt, wollen wir einen Wettbewerb ausloben“, sagte Lauer.

Bei der Gestaltung eines Kampagne-Logos sollen auch Schulen mit ins Boot.

Während der Veranstaltungswoche „Ab in die Mitte“ vom 11 bis 18. August soll das Logo ausgewählt und prämiert werden. Mit breiter Öffentlichkeitsarbeit gelte es schließlich, viele Menschen aus Bürgerschaft, Schulen, Vereinen, Wirtschaft und mehr zu sensibilisieren und aktivieren. Zentrales Modul der Kampagne ist die Steuerungsgruppe, deren Aktive sich aus Bürgerschaft und Verwaltung, sprich Ordnungs- und Umweltamt, Wirtschaft und pädagogischem Bereich rekrutieren sollten.

Dass all dies nicht umsonst zu haben sein wird war klar, jedoch glaubt der Bürgertisch das Thema Sauberkeit mit relativ kleinem Budget voranbringen zu können. Als Anschubsfinanzierung für 2012 wären etwa 300 Euro, später ein Jahresbudget von 1 000 Euro nötig, so Lauer optimistisch.

Ein zweites zentrales Thema des Bürgertisches ist der Verkehrssituation in Zimmern gewidmet. Insbesondere in der viel befahrenen Waldstraße und umliegenden Straßen wurde Kritik laut. So waren sich alle der Tatsache bewusst, dass im Mischgebiet aus Privathäusern und Gewerbe ein hohes Verkehrsaufkommen mit entsprechendem Lärm die Folge sei. Zu schnelles Fahren und Rauditum, wenn beispielsweise Lastwagenfahrerungeachtet von Passaten über ordsteine rollten, wurden jedoch beanstandet. Die Situation von Radfahrern, Kindern, die hier zur Schule marschieren, kurzum der schwächsten Verkehrsteilnehmer, müsse in diesem bereich mehr in den Fokus.

Da durch die Abwesenheit eines Vertreters der Verwaltung keine fachlichen Auskünfte eingeholt werden konnten, will der Bürgertisch für sein kommendes Treffen einen Verkehrsexperten einladen. In der Bürgersprechstunde hatten Anwohner ihre Bedenken zwar schon vorgebracht, auf eine Reaktion der Gemeinde wird jedoch bis heute gewartet.

An Ideen, wie die Situation verbessert werden könnte, mangelt es nicht. Die Einführung von Tempo 30 auf der Waldstraße wurde begrüßt.

An das vorgeschriebene Tempo halte sich zwar kaum ein Verkehrsteilnehmer, so das Fazit, dennoch habe sich die Geschwindigkeit auf der Straße verlangsamt.

Um hier Erfolge zu erzielen, sprich die Straßen sicherer zu machen, müsse unbedingt der Dialog mit der Verwaltung hergestellt werden - ein Wunsch, der zumindest bei diesem Bürgertisch trotz Einladung scheiterte.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare