„Habt ihr's heute schon gemacht?“

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Frech, fröhlich und sehr freimütig - Yvonne Vogel ist das Herz und die Seele von Cabaret Paris.

Groß-Zimmern - „Habt ihr's heute schon gemacht?“, mit dieser Frage begrüßt Yvonne Vogel das Groß-Zimmerner Publikum am Samstag im Glöckelchen. Von Ulrike Bernauer

Zwar spricht die Chansonette nie genau aus, was die Zimmerner denn heute wohl schon gemacht haben sollten, aber allen ist klar, beim Thema „Ich hab Dich zum Fressen gern“ geht es um Sex. Spätestens wird das deutlich bei Titeln des Abends wie: „Sommermädchenküssetauschelächelbeichte“, oder „Feinfühliges Aufklärungslied“ und auch „die Hosen der Jungfrau von Orleans“.

Als nette Engelchen traten die Musiker Jens Horn, Jochen Bernhardt und Holger Fehr am Samstag im Glöckelchen auf.

Folgerichtig trägt Sängerin Vogel überm weißen Spitzenkleidchen ein riesiges rotes Herz. Ihre Musikerkollegen Jens Horn, Jochen Bernhardt und neu im Bunde Holger Fehr muten dagegen eher himmlisch an. Im weißen, alten Nachthemd und mit roten Flügelchen auf dem Rücken bestreiten sie den Abend. Viel Deutsches bekommen die Zimmerner zu hören. Vorgetragen mal in erzählter Form, regelmäßig aber auch gesungen. Dabei beweist Chansonette Vogel eine große Ausdruckskraft und eine mindestens genauso große Variationsbreite. Darauf haben sich viele Gäste des Abends auch schon gefreut, gehört das Cabaret Paris doch fast zu den Stammgästen im Glöckelchen. „Wir sind heute bestimmt schon das 12. oder 13. Mal hier“, schätzt Yvonne Vogel.

Bestimmt das fünfte Mal schaut sich Marianne Geppert nun schon die Kleinkünstler an. „Wann immer es klappt, kommen wir her“, sagt die Zimmernerin in der Pause und freut sich schon auf die zweite Hälfte. Zum ersten Mal ist Edith Schelleter zu Gast beim Cabaret Paris.

Hier geht´s zur Homepage des Kulturzentrums Glöckelchen in Groß-Zimmern.

Durch Zeitungsbesprechungen ist sie auf die Chansonette und ihre Musiker aufmerksam geworden. „Es gefällt mir gut“, sagt Schelleter. Aus Wiebelsbach ist Gisela Schmidgall mit ihrem Ehemann gekommen. Sie findet Vogel „sehr lebendig mit einer großen Variationsbreite“. „Wo finden sie ihre Texte und die Lieder?“, ist die Frage an die Künstlerin. „Ich sammele schon seit Jahren alte Schellackplatten, aber auch Bücher über Kabarett und Kleinkunst“, lautet die Antwort. Allein der Österreicher Ralph Benatzky habe über 400 Lieder geschrieben, viele davon für das Kabarett, aber auch für Zarah Leander. Volkslieder aus verschiedenen Ländern, Wilhelm Busch, Erich Kästner oder Cole Porter hat das Cabaret Paris ebenfalls im Programm.

Schauspielerin hat Vogel gelernt, mit dem Kollegen Jens Horn gründete sie das Kindertheater Tatü. „Vom Kindertheater und davon, doofe Sachen zu singen, lebe ich“, sagt sie und lacht. Amerikanistik hat Vogel, die Chefin des Cabaret Paris, auch mal studiert und Fotografin hat sie gelernt. Die Kamera hing sie aber gleich nach der Abschlussprüfung wieder an den Nagel. Sie steht auf der Bühne lieber vor der Linse als dahinter. Vom hohen Norden Deutschlands bis in den tiefen Süden haben die Kleinkünstler ihr Publikum. Zumeist bewegen sie sich aber im Südhessischen und Baden-Württemberger Raum.

Und ihr Publikum in Zimmern haben sie ganz offensichtlich zum Fressen gern. Besonders als das im Glöckelchen nach einer Zugabe verlangt. Den „Schweinetango“ geben sie zum Besten, aber auch eine Empfehlung von Cole Porter, „Let's do it“, um damit am Schluss des Programms zu ihrer anfänglichen Frage zurück zu kehren.

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