Wie habt ihr die Nudel so hingekriegt?

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Salute! Mit Antipasti und Prosecco feierten die Mitglieder und Freude vom Club Italia den Tag der offenen Tür in ihrem Vereinsheim.

Groß-Zimmern - Als Sängerin Claudia Jung vor ein paar Jahren ihren Hit „Italienische Sehnsucht“ veröffentlichte, hätte sie das Gefühl vieler Deutscher zum südlichen Nachbarn kaum besser auf den Punkt bringen können. Von Michael Just

Das süße italienische Leben - besser bekannt als „La Dolce Vita“ - das von mediterranem Klima, Pizza und Pasta sowie vielen Emotionen gekennzeichnet ist - spiegelt den jährlichen Urlaubstraum vieler Teutonen wieder. Jetzt kann man Italien in Groß-Zimmern ganz nah sein: Seit wenigen Tagen hat in der Jahnstraße 12 das Vereinsheim vom „Club Italia“ geöffnet, was am vergangenen Wochenende mit einem Tag der offenen Tür gefeiert wurde.

Wie Vorstandsmitglied Giuseppe Di Girolamo sagt, bekam man den Raum erst vor rund einem Monat. Da die italienischen Familien in Groß-Zimmern viele Handwerker in ihren Reihen zählen, sei es möglich gewesen, den zukünftigen Treff fast ausschließlich in Eigenarbeit zu renovieren. „Eigentlich wollten wir am Anfang nur einen Ort, wo wir mit ein paar Kumpels und Freunden zusammen kommen können. Da das nicht immer in einer Gaststätte sein soll, haben wir gesagt, wir machen einen Club auf“, erzählt Di Girolamo, der schon als Kind in die Gersprenz-Gemeinde kam und nun zu den wenigen Italienern gehört, die besser hessisch („mir häwwe“) als die Sprache der Eltern sprechen.

„Jeder ist willkommen“, lautet das Motto

Parallel zum neuen Clubheim erfolgte am 30. Mai die Vereinsgründung. Die Satzung liegt derzeit noch den zuständigen Ämtern zur Prüfung vor. Sechs Wochen nachdem der Club aus der Taufe gehoben wurde, zählt er bereits um die 80 Mitglieder, darunter sind auch Deutsche und Portugiesen. „Jeder ist willkommen“, lautet das Motto.

Für die Zukunft liegen mit Weinproben, Sprachkursen und Ausstellungen bereits ehrgeizige Pläne vor, die Räumlichkeiten auch als kleines Kulturzentrum zu nutzen. Da der Fußball untrennbar mit Italien verbunden ist, wird in den nächsten Tagen noch ein Nebenraum zum Fußballgucken eingerichtet. Folgen soll ebenfalls eine Leseecke mit italienischen Gazetten und einer Spielfläche für die Bambini.

Ein Tischfußballspiel wurde bereits aufgestellt. Besonderen Wert wird darauf gelegt, dass alle Angebote zum Essen und Trinken aus Italien kommen. Bei den Getränken reicht das von den Bieren mit Namen wie „Birra Moretti“, „Nastro Azzurro“ und „Peroni“ über den Kaffee, die Liköre bis hin zum stillen Wasser, das ebenfalls einer italienischen Quelle entsprungen ist.

Zum Essen werden Antipasti und damit kleine Häppchen gereicht. Die passioniertesten Mitglieder tragen bereits das eigene Club-Shirt, dessen azurblaue Farbe an das Trikot der italienischen Fußball-Nationalmannschaft erinnert.

Was die Mitglieder mit am meisten freut, ist die zentrale Lage des Clubs in der Jahnstraße: „Die Miete ist dementsprechend happig“, weiß Di Girolamo. Trotzdem lobt er die Vereinsbank in Frankfurt als Besitzer des Gebäudes: „Die sind uns finanziell sehr entgegengekommen.“ Um das Clubheim halten zu können, sollen nicht nur die Mitgliederzahlen weiter ausgebaut, sondern auch h ein besonders aktives Vereinsleben etabliert werden.

Davon zeugte bereits die Italienische Nacht und die Teilnahme am Jahrmarkt der Vereine. „Das ist beides super gelaufen“, zieht Di Girolamo Bilanz. Noch Tage nach der Italienischen Nacht wurde er immer wieder mit der gleichen Frage angesprochen: „Sag einmal, wie habt ihr bloß die Nudel so hingekriegt?“

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