„Hackedicht“ oder lieber Spaß ohne Alkohol?

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Der Kabarettist Eisi Gulp brachte den Schülern der ASS mit Humor die Anliegen des Präventionsprogramms „Hackedicht-Schultour“ näher.

Groß-Zimmern „Wir können nicht verhindern, dass ihr Alkohol trinkt, aber wir können versuchen, euch für die Gefahren zu sensibilisieren!“ An der Albert-Schweitzer-Schule zählt intensive Präventionsarbeit zum Schulprofil.

Mit einer flotten Comedy-Show „Hackedicht oder was“ stand für die Kinder und Jugendlichen diesmal der Alkoholmissbrauch im Zentrum.

„Endlich mal wieder abfeiern!“ Schauspieler Eisi Gulp ging mit Humor und offenherzigen Verbalattacken auf sein Publikum los. Schüler der achten bis zehnten Klassen der Albert-SchweitzerSchule, die an diesem Morgen zwei Dinge taten: Herzhaft lachen! Und auf der Hackedicht-Schultour in der Sporthalle erfahren, dass dies auch möglich ist, ohne zugedröhnt zu sein.

Spielender Zugang

Der charismatische bayerische Kabarettist fand mit seinem Programm sprichwörtlich spielend Zugang zu seinem Publikum, das „nein, noch nie“, aber auch „ja, am Wochenende“ Berührung mit Alkohol hatte. Die Hackedicht-Schultour wird von der Bundesinitiative Knappschaft finanziert und durch den deutschen Kinderschutzbund organisiert. Zwei Mal bewarb sich die Schweitzer-Schule um das ungewöhnliche Präventivprogramm - nun erhielt sie den Zuschlag.

„Wir betreiben intensive Präventivarbeit von der fünften bis zur zehnten Klasse“, sagte Schulleiter Helmut Buch. „Soziales Lernen, Gewaltprävention, Internetmissbrauch, Rauchen“, nannte die pädagogische Leiterin der Gesamtschule Bärbel Tippe einige inhaltliche Themen, die in den jeweiligen Jahrgängen behandelt werden.

Alarmierende Zahlen

In den Genuss des Hacke-dicht-Programms kamen gleich drei Jahrgänge. Hintergrund: „Jugendliche lassen sich mit zunehmender Tendenz volllaufen“, sagte Helmut Buch. „Und es wird immer exzessiver“, fügte Eisi Gulp an.

Alarmierende Zahlen riefen 2009 die Knappschaft - ein Verbund der deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See - auf den Plan. „Damals mussten 26 400 Kinder und Jugendliche bundesweit wegen Alkoholmissbrauchs ins Krankenhaus“, sagte Marco Bernhardt von der Knappschaft.

Im Drogenbericht des Bundesministeriums für Gesundheit wurden 2010 bilanziert, dass Zwölf- bis 17-Jährige mindestens einmal monatlich Alkohol bis zum Vollrausch konsumieren. Die „Hackedicht-Schultour“ wurde aus der Taufe gehoben, um auf die Gefahren des Alkohol-Missbrauchs aufmerksam zu machen. Mehr Erfolg durch Aufklärung ist die Maxime. „Drogenbekämpfung bringt gar nichts, diese Energien müsste man bündeln und in die Prävention stecken“, davon ist Eisi Gulp, Aushängeschild des Präventionsprogramms, überzeugt.

Mehr Gehör

Vor Ort wünscht sich Helmut Buch mehr Gehör seitens Politik und Verwaltung. Vor einigen Jahren war Alkoholmissbrauch bei jungen Menschen für den Bürgermeister ein Thema - versickerte jedoch.

„Schade, dass die Gemeinde nicht stärker eingreift“, so Buch. Immerhin: An der Schule sind die Auswüchse von Drogenmissbrauch noch nicht zu spüren.

Informationen und Bewerbungsbögen zur „Hackedicht-Schultour der Knappschaft“ gibt es auf www.hackedicht-tour.de.

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