Fünf Jahre Förderprogramm

Halbzeit für die „Soziale Stadt“

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Vieles wurde erreicht, einiges gilt es noch zu gestalten: Fünf Jahre Förderprogramm von Gemeinde, Bund und Land. Tobias Lauer (links) und Bürgermeister Achim Grimm (rechts) beim Empfang.

Groß-Zimmern - „Es waren fünf bewegende und ereignisreiche Jahre. Grund für uns zu feiern, auf Entstandenes zu blicken und über Zukunftsperspektiven zu sprechen“, mit diesen Worten leitete Tobias Lauer von der Projektwerkstatt den Empfang am Montag in den eigenen Räume ein. Von Gudrun Fritsch 

„Die fünf zurückliegenden Jahre der aktiven Programmumsetzung waren turbulent“, sagte Lauer in seinem Rückblick den rund 30 Teilnehmern. Neben Vertretern aus Gemeinde, Kirchen, Sozialverbänden und Arbeitsgruppen waren diesmal Schulleiter und Lehrer die stärkste Gruppe. Entspannt und gut gelaunt plauderte man hier im Vorfeld über den für Pauker offensichtlich obligatorischen Film „Fack ju Göhte“. Dann wurde es ernst.

Lauer beleuchtete Höhen und Tiefen der Auswirkungen politischer Debatten auf Bundes-, Landes- und auch auf der kommunalen Ebene. Positiv sei zu vermerken: Während die Mittel für die „Soziale Stadt“ 2011 um rund 70 Prozent von Bundesseite gekürzt und 2012 wieder leicht aufgestockt wurden, kündigte der Bund nun eine nahezu Vervierfachung der Gelder auf 150 Millionen Euro an. „Hier zeigt sich der wiedergewonnene Stellenwert des Programms mit seiner Stärke im Zusammenwirken baulicher und sozialer Maßnahmen hat“, betonte Lauer.

Jugend- und Sportpark ganz oben auf der Wunschliste

Ganz oben auf der Liste stehe in Zimmern für dieses Jahr die lange herbeigesehnte Anlage eines Jugend- und Sportparks auf dem Festplatz.

Im Fokus stehen zudem die Parkflächen vor den Wohnblöcken in der Angelgartenstraße sowie das östliche Ende der Dresdener Straße - also die Eingangssituation an der Albert-Schweitzer- und Angelgartenschule (SiA). Auch private Flächen im Wohngebiet Angelgartenstraße wolle man gemeinsam mit Eigentümern ins Auge fassen und eventuell städtebaulich entwickeln.

Für den Bereich des Ortskerns wurden dem Gemeindevorstand Ende 2013 Handlungsempfehlungen zur weiteren Entwicklung vorgelegt, die sowohl städtebauliche als auch ordnungsrechtliche Maßnahmen in Betracht ziehen (wir haben berichtet). Außerdem wurden Zwischennutzungskonzepte zur Begegnung des Ladenleerstands vorgestellt. Sehr konkret seien bereits die Vorsschläge zur Neugestaltung des Pausenhofes der Friedensschule im Zuge der Gesamtsanierung.

Thema Integration im Mittelpunkt

Im sogenannten „Nichtinvestiven“ (also nicht baulichen) Bereich wird aus Sicht der Projektwerkstatt das Thema Integration mit dem Ziel einer inklusiven Gesellschaft in den Mittelpunkt gestellt. „Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der zunehmenden Flüchtlingszahlen gilt es, eine lokale Willkommens- und Anerkennungskultur zu entwickeln und Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrung Wege in unsere Gesellschaft zu ebnen“, betonte Lauer. Die zweite große Thematik für die kommenden fünf Jahre wird weiterhin der Arbeitsmarkt sein.

Nach wie vor weist Zimmern mit großem Abstand die höchsten Arbeitslosenquoten aller Kreiskommunen auf, insbesondere bei den Langzeiterwerbslosen. Migranten sind den Zahlen der Kreisagentur für Beschäftigung zufolge in Groß-Zimmern besonders häufig von Langzeiterwerbslosigkeit betroffen.

Streichen von freiwilligen Leistungen

Bürgermeister Achim Grimm verdeutlichte in seiner Rede die finanziellen Notwendigkeiten der Kommune. „Bis 2020 muss der Haushalt ausgeglichen sein. Das wird voraussichtlich nur mit Reduzierungen oder Streichungen im Bereich von freiwilligen Leistungen möglich sein.“

In diesem Zusammenhang müsse wohl auch eine Neubewertung der Umsetzung des Programms „Soziale Stadt“ vorgenommen werden. Die Gemeinde sehe für die Laufzeit bis Ende 2017 vorwiegend städtebauliche Maßnahmen. Beide Redner dankten den Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung und des Bauhofes „die durch die Soziale Stadt oft zusätzliche Arbeitsbelastungen tragen und die manchmal auch schwierige und anstrengende Prozessesich offen und konstruktiv unterstützen“, so Grimm.

Mehr unter: info@sozialestadt-gross-zimmern.de.

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