Aktion hätte mehr Resonanz verdient

Hallenbad stellt Kurse und Leiter vor

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Physiotherapeutin Petra Haley und ihre Wassergymnastikgruppe.

Groß-Zimmern - „Hohoho!“ Nicht der Weihnachtsmann rief, sondern das sonore Brummen des Bademeisters klang durch die Schwimmhalle. Mit einer Übungsstunde im Lach-Yoga ging das Mitmachangebot im Hallenbad am Samstag zu Ende. Einen Nachmittag lang wurden Wasserfreunde angesprochen, die bei den Kursangeboten des ersten Adventsschwimmens mitzumachen. Von Ursula Friedrich 

Die Idee war, mehr Menschen zum Besuch des Hallenbads Im Rauhen See animieren und ein attraktives Mitmachprogramm rund um Gesundheit, Kondition und Wohlbefinden zu bieten. Denn obwohl Groß-Zimmern über eines der wenigen Hallenbäder im Landkreis Darmstadt-Dieburg verfügt, könnten die Becken manchmal voller sein. „Viele Familien gehen am Wochenende in eines der großen (Event-) Bäder“, sagte Frank Henkelmann, der das Hallenbad in Zimmern mit seinem Kollegen Josef Uwe Baumann (Technik) leitet. Doch wer richtig schwimmen möchte, nimmt auch längerer Anfahrtswege in Kauf: „Wir kommen aus Reichelsheim“, sagte ein sportliches Pärchen, eine Familie mit Klein-Kindern war aus Ober-Ramstadt angereist.

Nehmen auch eine längere Anfahrt in Kauf, um in Zimmern zu baden: Familie Schmidt aus Ober-Ramstadt.

Wenn es draußen eisig wird, ist das Zimmerner Schwimmbad zumeist gut besucht. Bis zu 500 Menschen tummeln sich täglich im Wasser, darunter etliche Schulklassen im Rahmen des Schwimmunterrichts. Der ist vom Hessischen Kultusministerium verbindlich festgeschrieben. Und das ist gut so. „Im letzten Jahr hatten wir hier eine vierte Klasse der Angelgartenschule. Zwölf von 23 Kindern konnten nicht schwimmen“, sagte Henkelmann und ergänzte: „Das ist alarmierend.“

Ob das erste Adventsschwimmen mit seinen Mitmachaktionen Lust auf mehr Wassersport machte, ist allerdings fraglich. Der Zuspruch war bescheiden. Mit Aquafitness konnte Petra Haley noch ein paar Besucher begeistern. Die Physiotherapeutin bietet immer samstags ihr Gymnastikprogramm im gut 30 Grad warmen Wasser. „Es ist ein Präventivangebot, das den ganzen Körper kräftigt, Gelenke schont und den Stoffwechsel anregt und man kann sehr individuell trainieren“, erklärte die Fachfrau.

TV-Schwimmtrainer Hans Zimmermann packte schon nach kurzer Zeit Handtuch und Badelatschen zurück in die Tasche. Sein (Erwachsenen-) Angebot, Schwimmtechniken zu trainieren, fand zu wenig Resonanz. Auch die Seepferdchen-Prüfung wollte kein Schwimmeinsteiger an diesem Nachmittag ablegen. Ein Erfolgsschlager war zweifellos das Küchenbüffett der Frauen-Union (FU), das im Foyer aufgebaut war und mit süßen Verführungen verbrauchte Kaloriendepots auffüllte. „Ich bin ein Fan von Tillys Wassergymnastik“, sagte die FU-Vorsitzende Marion Thürmer. Das Seniorenprogramm zweimal wöchentlich (montags und freitags) ist seit Jahren ein Renner. Gut im Trend liegt auch das Babyschwimmen, dass früher einmal vom Turnverein angeboten wurde und nun vom Hallenbadteam fortgeführt wird.

In der Angebotspalette, in der verschiedene Vereine, private Schwimmschulen und Trainer, Schulen sowie das Hallenbadteam vertreten sind, ist mit dem Schwimmen vom Säuglingsalter bis zum Fitnesstraining für Senioren bereits zu finden. Ab 2017 will Frank Henkelmann, organisatorischer Leiter des Bads, das Angebot noch erweitern. Informationen dazu gibt es auf der Homepage der kommunalen Freizeiteinrichtung sowie am Schwarzen Brett im Eingangsbereich des Hallenbads. Ein persönliches Steckenpferd Henkelmanns ist sein Lach-Yoga, das eine kleine Anzahl von Besuchern mit lautem „Hahaha!“ und „Hihihi !“ quitierte – bis zur Brust im Wasser stehend.

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