„Interkommunale Zusammenarbeit“ mit Dieburg geplant

Schließzeit im Hallenbad von Mai bis September

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Viele Menschen aus dem gesamten Ostkreis nutzen das Zimmerner Hallenbad. Ein rundes Dutzend Schulen und zahlreiche Kindergärten kommen zum Schwimmen in den Rauhen See.

Groß-Zimmern - Das Hallenbad muss unbedingt erhalten werden, darin sind sich die Kommunalpolitiker einig. Vor zwei Jahren wurde deshalb eine Kommission gegründet, die untersucht, wie das Schwimmbad am kostengünstigsten arbeiten kann. Von Gudrun Fritsch

Um die Betriebe des Dieburger Frei- und des Zimmerner Hallenbades weiterführen zu können, soll ein Vertrag im Zuge der „Interkommunalen Zusammenarbeit“ unter anderem den gemeinsamen Personaleinsatz klären.

Auf Verwaltungsebene zwischen beiden Gemeinden und unter Beteiligung des Fachpersonals der Betriebe wurde eine mögliche Zusammenarbeit im Bereich Personalwesen geprüft. Grundsätzliche Voraussetzungen wären einerseits die Schließung des Hallenbades während der Freibadsaison (14. Mai bis 16. September) und eine Anpassung der Öffnungszeiten. Die würden dem Entwurf zufolge im Hallenbad verlängert, so dass an sechs Wochentagen (außer donnerstags) von 8 bis 20 Uhr geöffnet wäre.

Außerdem soll der Personaleinsatz in beiden Einrichtungen durch Arbeitnehmerüberlassung sowie entsprechende Dienst- und Schichtpläne geregelt werden.

Claus Rosendahl (SPD) kritisierte im Finanzausschuss, die bisher nicht öffentliche Vorlage sei „unausgegoren“. Sie liefere keine Informationen zur Kostenersparnis und „die Nutzer kommen nicht zu Wort“. Da Konsequenzen des Arbeitsüberlassungsgesetzes unberücksichtigt blieben und die Beteiligungsrechte nicht gewährleistet seien, schlug er vor, die Gründung eines Eigenbetriebes zu erwägen und das Thema noch einmal an den Gemeindevorstand zurück zu verweisen.

„Seit zwei Jahren berät die Kommission nun und diese Einwände haben die Vertreter der SPD bisher nicht vorgetragen“, entgegnete Friedrich Faust (CDU) erbost.

Viele Menschen aus dem gesamten Ostkreis nutzen das Zimmerner Hallenbad. Ein rundes Dutzend Schulen und zahlreiche Kindergärten kommen zum Schwimmen in den Rauhen See.

Das Streitgespräch entschärfte Schriftführer Stefan Herbert vom Hauptamt der Gemeinde, indem er zu bedenken gab, dass bisher alles nur ein Modell sei, und „es sollte kein zusätzlicher Verwaltungsapparat entstehen, sondern lediglich ein Austausch auf Personalbasis.“ Hinsichtlich der Einsparungsmöglichkeiten könnten bis zur nächsten Ausschusssitzung Zahlen vorgelegt werden, so Herbert. Er ergänzte, dass eine Beschlussfassung bis zum Jahresende wichtig wäre, da die Arbeitseinteilung und Urlaubsplanung der Mitarbeiter für 2014 geregelt werden müsse.

Damit die weiteren organisatorischen Maßnahmen zur Umsetzung der „Interkommunalen Zusammenarbeit Bäderbetriebe“ vorangetrieben werden können, ist eine Grundsatzentscheidung der Stadtverordnetenversammlung Dieburg und der Gemeindevertretung Groß-Zimmern notwendig. Während die meisten Parlamentarier dies positiv bewerteten, sah Albert Henrich (CDU) bei der längeren Schließzeit im Sommer ein Problem. Der Vorsitzende der Kreis-Seniorenunion gab zu bedenken, dass zahlreiche ältere Menschen das Hallenbad regelmäßig nutzen. Viele von ihnen würden jedoch nicht ins Freibad gehen. Bei der Abstimmung enthielt er sich deshalb, alle anderen Gemeindevertrer stimmten für die Empfehlung, den Dieburger Magistrat und den Zimmerner Gemeindevorstand zu beauftragen, die Interkommunale Zusammenarbeit Bäderbetriebe vorzubereiten. Weitere organisatorische Maßnahmen sollen von den Kommunen ausgearbeitet werden. Die Stadtverordnetenversammlung und die Gemeindevertretung sollen regelmäßig über den Sachstand der Umsetzung informiert werden. Ein gemeinsam erstellter Vertragsentwurf soll den Gremien möglichst bis Jahresende zur Entscheidung vorgelegt werden.

In der Dieburger Stadtverordnetenversammlung wurde das Thema am Montag angesprochen und zur Beratung in die Ausschüsse verwiesen. Im Dezember steht es wieder auf der Tagesordnung.

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