Gruseliges Buffet im Kerbkeller

Blutsuppe, Zombiebrust und Hirn

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Beim Kellerabend wurde abgehackter Fuß serviert. Anders als es der Name vermuten ließ, schmeckte der gar nicht schlecht.

Groß-Zimmern - Im Verein braucht es Macher. Dafür sind im Vergnügungssausschuss des Kerbvereins Michael Heine und Holger Reitz zuständig. Die waren am Freitag beim jährlichen Kellerabend, der diesmal als Halloween-Party verkleidet war, ganz in ihrem Element. Von Michael Just 

Bereits der Zugang zum Gewölbekeller des Glöckelchen war als Gruselgang angelegt. Den Weg säumten unter anderem eine Schatzkiste mit Knochen drauf oder ein Skelett, das sich von selbst bewegte. Eine Nebelmaschine flutete den Gang.

Der Keller offenbarte sich durch die vielen Netze als Eldorado für Spinnen. Offizielle Zahlen gingen von 100 Krabblern aus, genau so viele Käfer krochen über die Tische. Den meisten Besuchern blieb nur die Hoffnung, dass das sechsbeine Getier auch wirklich aus Gummi ist. „An Ideen mangelt es uns nicht“, sagten Heine und Reitz. „Und auch nicht an der Passion sie umzusetzen“. An zwei Tagen hatte man den Gewölbekeller mit viel Aufwand detailverliebt zur Gruselkammer umgestaltet, so dass sich hier später sämtliche Untoten und Zombies wohlfühlten.

Meisterlich-gruseliges Buffet

Ihr Meisterstück - optisch wie geschmacklich - lieferten die Organisatoren beim Buffet ab. Hier warteten Blutsuppe, Zombiebrust, Madensalat, Friedhofserde, frisches Hirn oder abgehackter Fuß. Wer sich von den Namenskärtchen nicht abschrecken ließ, schmeckte bei der Blutsuppe eine leckere Tomatensuppe heraus, der abgehackte Fuß bestand aus Hack und einem Stück Sellerie, das täuschend echt wie ein Knochen aussah. Im Madensalat waren schwarze Nudeln mit Garnelen verarbeitet, die Zombiebrust entpuppte sich als Spareribs mit einer Paprika als Herz. „Wir haben dem Metzger genau gesagt, wie wir es haben wollen“, so Heine. Beim Schimmelkuchen bediente man sich der chemischen Reaktion von Eiweiß und Kaffepulver, was eine giftig-grüne Oberfläche schuf.

Motto: Ost trifft West

Für die Arbeit hätte der Vergnügungsausschuss gewiss ein paar Gäste mehr verdient. Etwa 25 kamen, später gesellten sich noch ein paar Freunde und Bekannte hinzu. Für den nächsten Kellerabend des Kerbvereins haben Heine und Reitz schon eine neue Idee inpetto. „Ost trifft West“ soll dieser heißen und nostalgisch die DDR aufarbeiten. Dann dürften Hammer und Sichel sowie ein grinsender Erich Honecker an die Wand kommen. Das Buffet steht noch nicht fest: Dafür muss erst herausgefunden werden, was die DDR-Bürger gerne gegessen haben.

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